#depotkonto – Depotkonto eröffnen – Tipps

Um in Wertpapiere zu investieren, ist ein Depot unumgänglich. In ihm werden Aktien, Anleihen, Fondsanteile und alle anderen Effekten aufbewahrt und verwaltet. Inzwischen erhalten Anleger in der Regel keine realen Wertpapiere mehr. Stattdessen werden sie virtuell verwaltet.

Definition: Ein Depot enthält jedoch keine Bargeldbestände. Deswegen muss ein Depot mit einem Verrechnungskonto oder auch Depotkonto verknüpft werden. Will ein Anleger Aktien kaufen, wird der entsprechende Betrag von Depotkonto abgezogen. Umgekehrt wird das Guthaben aus einem Aktienverkauf hier gutgeschrieben. Auch Dividenden, Zinsen oder Ausschüttungen werden dem Depotkonto gutgeschrieben.

Für Neukunden oder Depot Wechsler:

zum Depot Vergleich

 

Das Depotkonto wird in Deutschland üblicherweise in der Währung Euro geführt. Für den Ankauf von Wertpapieren oder Derivaten in Fremdwährung können bei einigen Brokern Fremdwährungskonten genutzt werden um Währungstransaktionskosten zu sparen. Beliebt sind entsprechende Dollar Devisenkonten, über die die Wertpapiertransaktion in USD direkt abgerechnet wird. Bei der Kursumrechung ist unser Euro Dollar Umrechner nützlich.

Referenzkonto und Verrechnungskonto

Was ist beim Depotkonto zu beachten - Tipps für NeueinsteigerOnline Brokern reicht ein Depotkonto jedoch nicht aus. Stattdessen fordern sie zusätzlich ein Referenzkonto. Dieses wird mit dem Depotkonto verknüpft. Das Verrechnungskonto kann also nicht wie ein Girokonto genutzt werden, um Überweisungen an Dritte auszuführen. Stattdessen funktioniert es so, dass Transaktionen immer nur über das Referenzkonto möglich sind.

Will der Anleger also den Geldbestand auf seinem Verrechnungskonto erhöhen, muss er hierfür das Referenzkonto nutzen. Auch Überweisungen sind nur auf das Referenzkonto möglich. Allerdings ist es nicht notwendig, dass Wertpapierdepot, Depotkonto und Referenzkonto bei einem Anbieter geführt werden. Das Referenzkonto muss lediglich bei der Eröffnung des Wertpapierdepots angegeben werden und kann das gewohnte Girokonto oder ein Tagesgeldkonto darstellen.

Inzwischen bieten einzelne Broker sogar an, dass das Referenzkonto und Verrechnungskonto als ein einziges Konto geführt wird. Hierfür ließe sich beispielsweise das übliche Girokonto nutzen. Dies hat den Vorteil, dass umständliche Buchungen entfallen, die teilweise den Aktienhandel sogar um mehrere Tage verzögern können. Auf der anderen Seite ist es mit getrennten Konten jedoch deutlich leichter möglich, die Übersicht zu behalten, da alle Wertpapierbuchungen getrennt aufgeführt werden. Es ist zudem leichter möglich, das Kapital für den Aktienhandel und sonstiges Kapital voneinander zu trennen.

Das beste Depotkonto

Wem dieser Platz gebührt hängt wesentlich von dem Anlegertypus ab. Handelt der Depotinhaber häufig, welche Ordervolumen sind typisch. Werden die Orders an Inlandsbörsen oder an ausländischen Börsen aufgegeben? Bekannte Konten sind das maxblue Depotkonto, das Postbank Depotkonto und das DAB Depotkonto sowie die der Deutschen Bank und der Sparkasse.

Beispiele

DAB Depotkonto Produktinformationsblatt

Sparkasse Depotkonto Produktininformationsblatt

Depot Vertrag

Beispielhaft für einen Depot Vertrag sind hier Auszüge aus den AGB’s der S Broker AG & Co. KG angegeben (Stand Juli 2015, Quelle: S Broker)

„B   Informationen zum S Broker Depotkontovertrag und den damit verbundenen Dienstleistungen

Durch Abschluss des Depotkontovertrags verpflichtet sich die S Broker AG & Co. KG zur Eröffnung und Führung eines Kontokorrentkontos als Verrechnungskonto bei der S Broker AG & Co. KG in Verbindung mit der Einrichtung und Führung eines Wertpapierdepots, sofern der Kunde nicht die Nutzung seines Girokontos bei seiner Sparkasse als externes Verrechnungskonto wünscht. Die S Broker AG & Co. KG behält sich vor, Aufträge des Kunden im Rahmen des Depotkontovertrags nicht zur Ausführung anzunehmen, sofern der Kunde nicht die sofortige Durchführung wünscht. Der Kunde kann der S Broker AG & Co. KG Aufträge via Internet oder Telefon erteilen. Die Nutzung dieser Zugangsmedien ist in den „Bedingungen für den Zugang über elektronische Medien“ geregelt. Post erhält der Kunde elektronisch über seinen Onlinezugang (Postbox) zum Abruf bereitgestellt und nur in Ausnahmefällen via Briefpost, sofern nicht der Kunde grundsätzlich auf die Nutzung der Postbox verzichtet. Näheres regeln die „Bedingungen für die Nutzung der Broker Postbox“.

Vertragliche Kündigungsregeln

Für die im Depotkontovertrag enthaltenen Vereinbarungen über das Verrechnungskonto bei der S Broker AG & Co. KG und den Depotvertrag gelten jeweils die in Ziffer 18 und 19 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen für den Kunden und die ggf. hiervon abweichend durch die S Broker AG & Co.KG festgelegten Kündigungsregeln gemäß den „Bedingungen für das Wertpapierdepot mit Verrechnungskonto bei der S Broker AG & Co. KG.“

Valuta vs. Buchungstag

Für viele Einsteiger in den Aktienhandel wird zu Beginn verwirrend sein, wann welcher Betrag von welchem Konto abgebucht oder gutgeschrieben wird. Die Valuta bezeichnet den Tag, an dem Belastung oder Gutschrift wirksam werden. Dieser Tag würde auch als Berechnungsgrundlage für Zinsen dienen. Das Buchungsdatum informiert dabei lediglich über die Kontobewegungen, die Valuta zeigt hingegen den tatsächlichen Kontostand an.

Das Valutadatum kann dabei sowohl vor als auch nach dem Buchungsdatum liegen. Bei der Verrechnung im Depotkonto ist es allerdings in der Regel so, dass das Valutadatum zwei Tage nach dem Aktienhandel liegt. Die Gutschrift ist allerdings bereits sichtbar.

Häufig ist deswegen auch der Unterschied zwischen Kontostand und verfügbaren Betrag verwirrend. Der verfügbare Betrag wird bei den meisten Brokern direkt nach der Ordererteilung vermindert, indem der vorläufig berechnete Kaufpreis abgezogen wird. Dies ist deswegen notwendig, damit Teilausführungen oder Orders, die erst später abgewickelt werden können, nicht dazu führen, dass der Anleger sein Konto durch neue Orders überziehen kann. Wird die Order als abgerechnet angezeigt, ist der tatsächliche Kaufpreis bekannt und die Abbuchung erfolgt.

Auch wenn dieses Vorgehen den Händler davor schützt, mehr Kapital zu nutzen, als zur Verfügung steht, kann dies in Einzelfällen ärgerlich sein. Können Orders erst nach einigen Tagen durchgeführt werden, ist das Konto in dieser Zeit blockiert, da der verfügbare Betrag dadurch sinkt. Dies gilt selbst dann, wenn die Kosten für die Order deutlich zu hoch berechnet wurden und im Nachhinein deutlich geringer sind.

Wertpapierkreditkonto

Ein Verrechnungskonto kann unter normalen Umständen nicht überzogen werden. Dies ist jedoch anders, wenn es sich beim Depotkonto um ein Wertpapierkreditkonto handelt. In diesem Fall hat der Kunde einen bestimmten Kreditrahmen, den er ausschließlich dafür nutzen kann, in Wertpapiere zu investieren.

Anleger sollten sich jedoch darüber im Klaren sein, dass das Risiko hier sehr groß ist. Ein Wertpapierkreditkonto ist im Prinzip ein flexibler Lombard-Kredit. Der Nachteil dabei ist, dass die Wertpapiere selbst als Sicherheit für den Kredit genutzt werden. In Zeiten steigender Kurse hat dies den Vorteil von erhöhter Liquidität und Renditechancen trotz Kreditkosten. Sinken die Kurse, wird es jedoch häufig zu einem Problem, dass die Wertpapiere zugleich die Sicherheit darstellen. Das Volumen, das als Sicherheit zur Verfügung steht, nimmt dann nämlich ebenfalls ab.

Geldinstitute reagieren damit in der Regel darauf, dass sie den Kunden auffordern, den Kredit abzutragen oder mehr Sicherheiten nachzuweisen. Kann er dies nicht leisten, kann das Geldinstitut die Wertpapiere verkaufen. Dabei richtet es sich natürlich nicht nach der Anlagestrategie des Kunden, sondern handelt vor allem im eigenen Interesse. Betroffene Kunden sollten deswegen ihre Wertpapiere möglichst verkaufen, bevor die Bank dies tut. Im Ernstfall lässt sich natürlich dennoch nicht verhindern, dass der Aktienhandel sogar zu Verlusten führen kann. Ein Wertpapierkreditkonto ist deswegen mit einem erhöhten Risiko versehen und ermöglicht es häufig nicht, Zeiten mit Kurseinbrüchen einfach „auszusitzen“ und die Aktien dann dennoch gewinnbringend zu verkaufen.

 

Literatur

Verordnung über die Finanzanlagenvermittlung (Finanzanlagenvermittlungsverordnung – FinVermV) – 3.7 Eröffnung, Gestaltung und Führung von Depotkonten

 

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