Devisenkursentwicklung während Notenbank Pressekonferenzen

Die EZB bewegt mit ihrer Pressekonferenz den Dollar- und EurokursDie Notenbanken sind seit Jahren nicht nur die großen Kursbeweger an den Aktienmärkten, auch die Devisenkurse reagieren oft heftig auf die Entscheidungen der amerikanischen Notenbank (FED) und der Europäischen Notenbank (EZB). Der Dollarkurs steht dabei im besonderen Fokus von Analysten und Spekulanten. Wir haben die Kursentwicklung an einem EZB Sitzungstag mit Pressekonferenz analysiert.

Am 3. September 2015 war es wieder soweit. Die EZB hatte eine zins- und geldpolitisch relevante Sitzung mit Verkündung der Beschlüsse per Pressemitteilung um 13:30 Uhr und anschließender Pressekonferenz um 14:30 Uhr.

Die Pressemitteilung ist meist kurz und bewirkt keine großen Kursbewegungen, wenn nicht relevante Veränderungen bei Leitzinsen oder QE Programmen kommuniziert werden. Die Devisenkurse reagieren üblicherweise unmittelbar auf die ersten Ausführungen der anschließenden Pressekonferenz.

Hier der Wortlaut der geldpolitischen Beschlüsse der EZB vom 3. September 2015

„PRESSEMITTEILUNG
GELDPOLITISCHE BESCHLÜSSE
Auf der heutigen Sitzung hat der EZB-Rat beschlossen, den Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte sowie die Zinssätze für die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität unverändert bei 0,05%, 0,30% bzw. -0,20% zu belassen. Der Präsident der EZB wird die Überlegungen, die diesen Beschlüssen zugrunde liegen, heute um 14.30 Uhr MEZ auf einer Pressekonferenz erläutern.“ Quelle: Bundesbank

 

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Da aus diese Mitteilung für den Markt keine neuen Erkenntnisse mit sich bringt, bewegt sich der Dollarkurs bzw. Eurokurs kaum, wie aus der Abbildung 1 hervorgeht. Der Markt wartet auf die Presserklärungen von Mario Draghi, dem EZB Präsidenten in der Pressekonferenz mit Fragen um 14:30.

 

Der dollarkurs reagiert heftig auf die EZB Pressekonferenz am 03.09.2015

Abb. 1: Euro- / Dollarkursentwicklung am 3. September 2015 mit geldpolitische Beschlüsse relevante EZB Sitzung und Pressekonferenz. Quelle: comdirect

Draghi reduziert die Wachstums- und die Inflationsprognosen für den Euroraum. Und genau nach der weiteren Erläuterung und der Ankündigung jederzeit bei einer ungünstigen Entwicklung zu handeln: „Der EZB-Rat betont seine Bereitschaft und Fähigkeit, gegebenenfalls zu handeln und alle im Rahmen seines Mandats verfügbaren Instrumente einzusetzen. Er weist insbesondere darauf hin, dass das Programm zum Ankauf von Vermögenswerten ausreichend Flexibilität in Bezug auf Anpassungen von Volumen, Zusammensetzung und Dauer des Programms bietet. “ reagieren die Devisenkurse heftig (Abbildung 1). Die Aussicht auf eine Erhöhung oder Verlängerung des QE Programms schwächen den Dollar. Der Dollar wertet gegenüber dem Euro schlagartig auf, Punk Rock beim EUR/USD Kurs (in Anlehnung an den Artikel von Inga Burk „Punk Rock in Jackson Hole„.

Die hier dokumentierte Reaktion im Kursverlauf des Dollar/Euro Währungspaares während einer Pressekonferenz der EZB, ist eine generelle Blaupause für die kurzfristige Kursentwicklung während und nach einer Notenbankpressekonferenzen von EZB und FED. Je nach den makroökonomischen Bewertungen der Notenbanken für ihren Zuständigkeitsbereich, oder einer geld- oder zinspolitischen neuen Weichenstellung reagieren die Devisenkurse in die eine oder andere Richtung.

 

Autor: Susanne Kraft