Die Gaspreise sind undurchsichtig – der Vergleich lohnt

Gas Anbiter transportieren Gas in PipelinesZahlreiche Haushalte in Deutschland nutzen Gas bzw. Erdgas zum Heizen oder dazu, Wasser zu erwärmen. Die Verbraucher beziehen das Gas entweder von den Stadtwerken vor Ort oder von einem anderen Anbieter, der regional oder deutschlandweit tätig ist. Die Gaspreise sind eng an den Preis für Erdöl gekoppelt und unterliegen deutlichen Schwankungen.

Durch einen Gaspreisvergleich finden die Endabnehmer einen preiswerten Gasversorger. Um den Preisvergleich zu vereinfachen, hat die Bundesregierung im Oktober 2014 eine Ergänzung zur Gasgrundversorgungsverordnung (GasGVV) verabschiedet, die die Anbieter verpflichtet, durch den Staat gesetzte oder regulierte Preisbestandteile in der Gasgrundversorgung transparent auszuweisen. Die Preise von Gas sind ebenso wie Öl von internationaler Bedeutung. Der englische Begriff lautet ebenfalls Gas, der Plural Gases. International werden Gaskontingente in Dollar abgerechnet. Der aktuelle Dollarkurs beeinflusst daher auch die deutschen Gaspreise.

Diese Faktoren wirken auf den Gaspreis ein

Die Preise von Erdöl und Erdgas sind sehr politische Themen, die häufig für Diskussionen sorgen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie führt auf seiner Homepage unter Energiemarkt- und Verbraucherinformationen auf, dass sich der Gaspreis in Deutschland aus folgenden Faktoren zusammensetzt:

  • Kosten für die Energiebeschaffung
  • Vertriebskosten
  • Marge des Lieferanten
  • Netzentgelte
  • Staatlich veranlasste Bestandteile:

Gassteuer
Umsatzsteuer
Konzessionsabgaben als Entgelte für die Wegenutzung der Kommunen

 

Die Gaspreise sind volatil, ein Gaspreisvergleich sinnvollDie Anbieter geben Schwankungen beim Gaspreis oft nicht alle  direkt an die Endkunden weiter, deshalb kann ein Gaspreisvergleich auf einem Vergleichsportal wie www.stromanbietervergleich.de/gaspreisvergleich/ im Jahr einige hundert Euro an Ersparnis bringen. Die Kosten für die Energiebeschaffung sind eng mit dem Ölpreis verbunden. Auf vielen Ölfeldern werden Gas und Öl gemeinsam gefördert. Nachdem in den 1970er Jahren im holländischen Groningen sehr große Mengen an Erdgas gefunden wurden, beschloss der damalige Wirtschaftsminister der Niederlande, Jan Willem de Pous, gemeinsam mit den beteiligten Mineralölkonzernen Royal Dutch Shell (RDS) und Exxon die Ölpreisbindung der Gaspreise.

Nach den Niederlanden übernahm auch Russland als einer der größten Gasexporteure die Preisbindung, die sich anschließend weltweit durchsetzte und teilweise bis heute noch Gültigkeit hat. Anfang der 1980er Jahre forderten die Anbieter sogar eine Gleichstellung von Ölpreis und Gaspreis. Diese Forderung hat sich jedoch in Europa nur bei verflüssigtem Gas durchgesetzt, nicht bei Erdgas, das über Pipelines transportiert wird.

Neben den Verträgen mit den Förderländern, deren Einzelheiten in der Regel geheim gehalten werden, spielen auch diese Faktoren eine Rolle bei den Gastarifen:

  • der Wechselkurs von Euro und US-Dollar
  • politische Entscheidungen
  • weltweite Spekulationsgeschäfte mit Rohstoffen
  • der internationale Energieverbrauch
  • begrenzte Ressourcen von Öl und Gas

 

Trotz der Verbindung der Rohstoffpreise stellen die Endverbraucher fest, dass in Zeiten niedriger Ölpreise die Preise für Gas oft nicht in gleichem Maße sinken. Dabei hat sich jedoch der Wettbewerb auf dem Markt verschärft, es sind neue Gasanbieter hinzugekommen und Gas wird an Spotmärkten oder speziellen Börsen, wie der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig gehandelt. Nicht nur die örtlichen Stadtwerke bieten den Haushalten eines Ortes Gas an, sondern eine Vielzahl von deutschen Verbrauchern kann aus bis zu 100 verschiedenen Anbietern wählen. Diese Wahlmöglichkeit sollten die Verbraucher auch nutzen, da sich durch einen Wechsel des Anbieters nach einem Gasvergleich viel Geld sparen lässt. Diesen Tipp gibt auch die Bundesregierung, die außerdem über die Markttransparenzstelle für den Großhandel mit Strom und Gas (MTS Strom und Gas) bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) und dem Bundeskartellamt (BKartA) die Entwicklung der Gaspreise auf der Großhandelsstufe überwacht.

Was ist Erdgas?

Erdgas gehört den fossilen Brennstoffen, die sich durch Jahrmillionen andauernde geologische Abläufe gebildet haben. Die Nutzung des Rohstoffes beschränkt sich vor allem auf die Beheizung von Gebäuden und zu einem geringen Anteils auf das Betanken von Fahrzeugen oder den Gebrauch von Haushaltsgeräten. Die weltweiten Vorkommen sind in der Regel in der Nähe von Erdölfeldern zu finden, da beide Rohstoffe eine ähnliche Entstehungsgeschichte haben. Erdgas besteht zum größten Teil aus Methan. Je nach Lagerstätte kommen noch verschiedene andere Bestandteile hinzu, die ebenso wie Methan hochentzündlich sind. Das meiste Erdgas weltweit kommt aus den USA und aus Russland vor. Doch auch diese Länder verfügen über bedeutende Erdgasvorkommen:

  • Iran
  • Kanada
  • Katar
  • China
  • Norwegen
  • Algerien
  • Saudi-Arabien
  • Niederlande
  • Indonesien

Funde vor Ostafrika sorgen dafür, dass auch Mosambik und Tansania zu den zukünftigen Erdgaslieferanten gehören könnten (www.bgr.bund.de/DE/Themen/Energie/Erdgas/erdgas_node.html).

Erdgas wird entweder durch gezielte Bohrungen gefördert beziehungsweise es fällt bei der Gewinnung von Erdöl als Nebenprodukt an. Die Gas Anbieter transportieren den Rohstoff entweder durch Pipelines oder sie versetzen das Gas in einen anderen Aggregatzustand, um es komprimiert oder verflüssigt an die Abnehmer zu liefern. Die wichtigsten Pipelines, über die Deutschland mit Erdgas versorgt wird, verlaufen von Russland nach Europa. Die größten Rohrleitungen tragen die Namen Nord Stream, Jamal-Europa und Sojus-Pipeline. Da es sich um sehr lange Leitungswege handelt, wird auch der Begriff Ferngas für die Gaslieferungen verwendet.

Verflüssigtes Erdgas ist auch als Liquefied Natural Gas (LNG) bekannt. Das flüssige Gas wird in Großtankern transportiert, die bis zu 266000 m³ LNG fassen. Bei Entfernungen von mehr als 4000 Kilometern auf dem Landweg beziehungsweise mehr als 2000 Seemeilen ist der Gastransport mit Tankern kostengünstiger als über eine Pipeline. Um das Gas am Bestimmungsort abzuladen, muss ein spezielles Terminal für Flüssiggas angesteuert werden, das es in Deutschland bisher nicht gibt. Pläne, solch ein Terminal in Wilhelmshaven zu bauen, wurden bisher nicht verwirklicht. Trotzdem ist Deutschland über ein gut ausgebautes Versorgungsnetz mit den wichtigsten Pipelines und LNG-Anladeterminals in Europa verbunden. Dabei bieten diese Verbindungswege jedoch auch geopolitische Risiken, die sich auf die Gastarife auswirken.

 

So nutzen deutsche Verbraucher Erdgas

Die Bedingungen über die Versorgung der Haushalte in Deutschland mit Erdgas sind in der Gasgrundversorgungsverordnung (GasGVV) (www.gesetze-im-internet.de/gasgvv/BJNR239600006.html) festgehalten. Bei Neubauten setzen viele Bauherren in Deutschland auf Erdgas als Brennstoff für die Heizung. Häufig entscheiden sich die Hausbesitzer für eine Kombination aus einer modernen Gasheizung mit Brennwerttechnik und einer solarthermischen Anlage. Neben der Heizung wird mithilfe des Erdgases in vielen Häusern auch Warmwasser erzeugt.

Seit etwa 15 Jahren gibt es in Deutschland auch Erdgassteckdosen, die in immer mehr Bauvorhaben mit einem Gasanschluss eingebaut werden. Die Erdgassteckdose entspricht in ihrer Größe einer herkömmlichen Stromsteckdose. Nach dem Einbau können die Bewohner Geräte anschließen, die sich durch einen niedrigen Energieverbrauch auszeichnen:

  • Gasherd
  • Erdgas-Wäschetrockner
  • Gas-Grill
  • Terrassenstrahler

Die großen Gasanbieter in Deutschland

Die meisten Gasanbieter in Deutschland sind nur regional tätig. Dabei ist es den circa 800 Anbietern seit dem Jahr 2006 erlaubt, Gas bundesweit zu verkaufen. Zu den größten Gas Anbietern in Deutschland gehören:

  • E.ON SE
  • RWE AG
  • EnBW Energie Baden-Württemberg AG
  • Vattenfall GmbH
  • EWE AG aus Oldenburg
  • GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft
  • Mainova AG in Frankfurt am Main

E.ON SE

Bei der E.ON SE aus Düsseldorf handelt es sich um den größten Energieanbieter in Deutschland. E.ON bietet seine Gastarife online an, sodass Verbraucher aus dem gesamten Bundesgebiet zu E.ON als Gasanbieter wechseln können. Die Tarife beinhalten herkömmliches und Öko-Erdgas mit und ohne Preisgarantie.

RWE

Als ebenfalls überregional tätiger Anbieter stellt RWE mit Sitz in Essen den zweitgrößten Energielieferanten in Deutschland dar. Auch bei RWE können die Endverbraucher online einen Vertrag abschließen, nachdem sie zunächst über den kostenloser Rechner auf der Homepage von RWE einen Gas Vergleich durchgeführt haben.

EnBW

Auf Platz drei der großen Gasanbieter in Deutschland befindet sich die EnBW Energie Baden-Württemberg AG aus Karlsruhe. Bei dem Unternehmen handelt es sich um einen Zusammenschluss der vier größten Energieversorgungsbetriebe in Baden-Württemberg. Die Angebote für Privatverbraucher umfassen Bioerdgas, Erdgas Online sowie einen herkömmlichen Versorgungsvertrag.

Vattenfall GmbH

Der viertgrößte Energieversorger Deutschlands ist die Vattenfall GmbH aus Berlin, eine Tochtergesellschaft der schwedischen Vattenfall AB. Die Kunden können sich entweder für eine einjährige Preisgarantie oder für einen zweijährigen Versorgungsvertrag, jeweils ohne Vorauskasse, entscheiden.

EWE AG

Platz fünf der bedeutenden deutschen Energieanbieter nimmt die EWE AG aus Oldenburg ein. EWE versorgt vor allem Kunden in Norddeutschland, in der Region um Ems, Weser und Elbe sowie in Brandenburg, Bremen und auf Rügen mit Gas und Strom. In diesen Gebieten besaß EWE vor Öffnung der Märkte das Monopol auf Energielieferung, sodass sich auch heute noch zahlreiche Kunden aus der Gegend für einen der vier Erdgastarife des Unternehmens entscheiden.

GASAG

Die Berliner Gaswerke GASAG bestehen schon seit dem Jahr 1847, als sie für den Betrieb der öffentlichen Gaslaternen zuständig waren. Heute stellt GASAG den größten kommunalen Gasversorger in Westeuropa dar. Sowohl der Abschluss eines Vertrages als auch die Erfassung der Zählerstände ist für die Kunden online möglich.

Mainova AG

1998 schlossen sich die Stadtwerke Frankfurt am Main und die Maingas AG zu dem neuen Unternehmen Mainova AG zusammen. Heute ist der Anbieter einer der größten regionalen Energielieferanten für etwa eine Million Verbraucher in Hessen und bundesweit. Über den Erdgasrechner auf der Homepage von Mainova können die Verbraucher direkt den Gaspreis berechnen. Wie viele andere Anbieter bietet auch Mainova einen Neukundenbonus und eine Preisgarantie an.

So locken Anbieter neue Kunden

Damit sich ein Verbraucher nach einem Gas Vergleich für einen bestimmten Anbieter entscheidet, bieten zahlreiche Energieversorger Bonuszahlungen an. Die Kunden sollten auf eine der folgenden Bezeichnungen achten, wenn sie eine finanzielle Belohnung für den Abschluss eines neuen Gasvertrages erhalten möchten:

  • Bonus
  • Sofortbonus
  • Wechselbonus
  • Willkommensbonus
  • Treuebonus

Die Auszahlung ist in der Regel an bestimmte Bedingungen geknüpft. Darauf weist Stiftung Warentest im Finanztest 11/2015 hin, in dem Gastarife mit hohen Kundenboni untersucht wurden. Die Bonuszahlungen erfolgen nur im ersten Vertragsjahr und sie gelten bei den meisten Anbietern nur für Neukunden. Lediglich einer der getesteten Anbieter gewährt allen Kunden einen Bonus. Ansonsten darf in der Regel der Gasanschluss in den letzten sechs Monaten oder unmittelbar vor Vertragsabschluss nicht von dem neuen Anbieter beliefert worden sein. Die Mindestlaufzeit der Gasverträge muss eingehalten werden, damit der Bonus ausgezahlt wird.

Einige Gasversorger gewähren einen Festpreis als Bonus, während die Kunden bei anderen Anbietern einen Prozentsatz der Gesamtkosten für ein Jahr erhalten. Die Verbraucher müssen einen bis drei Monate auf die Auszahlung des Bonusbetrages warten, sofern er nicht mit der Abschlussrechnung verrechnet wird. In einigen Fällen übersteigen die Boni die Ersparnisse im Vergleich zu dem vorherigen Anbieter. Daher müssen die Kunden die jeweiligen Kündigungsfristen beachten, um den Vertrag nach Ablauf der Mindestlaufzeit rechtzeitig zu beenden. Ansonsten zahlt der Verbraucher unter Umständen im Folgejahr einen höheren Gaspreis als vor dem Wechsel.

Der Wechsel des Gasanbieters ist einfach

Private Haushalte können schnell und einfach den Gasanbieter wechseln. Dazu müssen sie nach einem Gaspreisvergleich nur online einen Wechselauftrag ausfüllen und absenden. Damit der Auftrag sofort bearbeitet werden kann, benötigt der neue Anbieter folgende Angaben:

  • Name und Adresse des Verbrauchers
  • Kundennummer bei dem aktuellen Versorger
  • Nummer des Gaszählers
  • Jährlicher Gasverbrauch

Auf Wunsch kündigt der neue Gasversorger den alten Vertrag. Der Kunde wird übergangslos weiter mit Gas versorgt, sodass er keine Unterbrechung befürchten muss. Die Bestätigung über den neuen Gasvertrag erhält der Verbraucher per Post. In dem Schreiben ist auch der genaue Termin angegeben, ab wann es zu einem Wechsel des Versorgers kommt. Nach dem Wechseltermin verschickt der frühere Anbieter eine Abschlussrechnung an den Abnehmer. Falls der Kunde den neuen Vertrag doch nicht abschließen möchte, hat er nach § 355 BGB ein Widerrufsrecht, das er innerhalb von 14 Tagen ausüben kann (www.gesetze-im-internet.de/bgb/__355.html).

Entscheidet sich ein Verbraucher für einen neuen Lieferanten, ändert sich nicht viel für ihn. Der neue Gasversorger mietet das Gasnetz und den Gaszähler von dem regionalen Anbieter. Der Anbieter vor Ort übernimmt weiterhin alle technischen Arbeiten und Reparaturen an der Gasleitung und dem Zähler. So ist ein zuverlässiger Kundendienst gewährleistet, auch wenn sich der Sitz des Gaslieferanten in einem anderen Bundesland befindet.