Goldpreise in Euro und Dollar & aktueller Goldkurs

Gold kaufen - aktueller GoldpreisDas Edelmetall Gold hat an seinem Nimbus als letzte Rettung in Sachen Finanzmarkt-Crash nicht eingebüßt. Die Freunde des gelben Edelmetalls kaufen physisches Gold nicht in der Hoffnung auf einen kurzfristigen Kursanstieg sondern mit einem langfristigen Anlagehorizont. Trotzdem ist auch dabei der aktuelle Goldpreis wichtig, denn die Variabilität ist beim Goldkurs hoch, preiswert gekauft ist schon der erste Schritt. Gold wird an den Terminbörsen in Dollar gehandelt. Da der deutsche Anleger üblicherweise in Euro kauft, spielt auch der aktuelle Eurokurs zum Dollar eine Rolle.

Goldpreis Entwicklung in Euro

Deutsche Anleger, die physisches Gold besitzen interessiert der Goldpreis in Euro, denn das ist die konvertierbare Währung für den Verkaufsfall. Die Abbildung 2 stellt den Goldkurs in Euro bis 2016 dar. Der Unterschied zum Goldwert in US Dollar wird aus der Abbildung 2 deutlich. Da sich die Geldpolitik der US- und EU-Notenbank in den nächsten Monaten asymmetrisch entwickeln dürften, sollte der Dollar Wechselkurs für Änderungen beim Goldwert in Euro sorgen.

Entwicklung des Goldpreises in EUR, 2000 - 2016

Abb. 1: Goldpreisentwicklung von 2000 – Juli 2016 in Euro. Angegeben ist der Goldpreis je Unze (oz). Quelle: www.lbma.org.uk/pricing-and-statistics

Goldpreis Entwicklung in Dollar

Nachdem der Goldkurs von 2000 bis 2011 kontinuierlich gestiegen ist, ist in den Folgejahren zunächst eine deutliche Korrektur mit anschliessender Konsolidierung erfolgt. Die Entwicklung des Goldpreises über mehrere Jahrzehnte ist in der Abbildung 2 in USD dargestellt.

Entwicklung des Goldpreises in US Dollar 2000 - 2016

Abb. 2: Goldpreisentwicklung von 1968 – Juli 2016 in Dollar. Angegeben ist der Preis in Dollar pro Unze (oz). Quelle: www.lbma.org.uk/pricing-and-statistics

Im Vergleich zur Goldkursentwicklung nach 2000, hat sich der Kurs in den Jahrzehnten 1980 und 1990 deutlich weniger dynamisch verändert.

Einflussfaktoren auf den Goldkurs

Anleger in aller Welt sind sich bewusst, dass sie bei einer Investition in Gold den Goldpreis permanent beobachten müssen. Der Preis des Edelmetalls ist von unterschiedlichen Umständen abhängig und kann großen Schwankungen unterliegen. Die bekanntesten Einflussfaktoren sind:

  • Kurs des US-Dollars
  • Ölpreis
  • weltweite Zinsentwicklung
  • Spekulationen
  • Erwartungen an den Finanzmarkt
  • politische Unruhen
  • weltweite Wirtschaftskrisen
  • Inflationsängste
  • Fördermengen in den Goldminen
  • das Verhalten von Großanlegern
  • Angebot und Nachfrage als Investitionsobjekt und durch die Schmuckindustrie

Das meiste Volumen des weltweiten Goldhandels wird in US-Dollar abgerechnet. Vom 22. April 1944 bis zum 14. November 1973 war der Goldpreis an den Dollarkurs gebunden. Nach dem Zweiten Weltkrieg beschlossen 44 Staaten weltweit im Bretton-Woods-Abkommen, dass eine Unze Gold (28,3495231 Gramm) 35 US-Dollar wert ist. Durch die Hinterlegung des US-Dollar mit Gold wurde ein internationales Währungssystem mit festen Wechselkursen für Devisen errichtet. Nach der Freigabe des Goldpreises zeigte sich, dass der Dollarkurs den Kurs für das Edelmetall besonders stark beeinflusst.

Fremdwährungskonto Vergleich

Gold Fixing und LBMA Gold Price

Das historische Goldfixing fand seit dem 12. September 1919 am London Bullion Market, dem bedeutendsten außerbörslichen Handelsmarkt für physisches Gold, statt. Nach der Einrichtung des Goldfixing trafen sich die Händler von fünf Banken zunächst einmal täglich um 10.30 Uhr Londoner Zeit, um einen fixen Preis für das Edelmetall festzulegen. Seit dem 1. April 1968 wird der Goldpreis nochmals um 15.00 Uhr Ortszeit in London festgesetzt, weil um diese Uhrzeit (16.00 Uhr MEZ) die Börsen in den USA öffnen. Die persönlichen Treffen der Händler wurden am 5. Mai 2004 durch eine Telefonkonferenz ersetzt.

Nachdem zunächst die Zentralbank Großbritanniens, die Bank of England, die Regulierung des Gold Fixing übernahm, wurde im Jahr 1987 die London Bullion Market Association (LBMA) eingerichtet, um diese Aufgabe auszuführen. Auch die Banken, deren Händler an den Treffen zur Festlegung des Goldpreises teilnehmen, haben sich seit 1919 geändert.

 Neues Fixing über ICE Benchmark Administration (IBA)

Am 20. März 2015 wurde der Prozess, den internationalen Goldpreis festzulegen, grundlegend erneuert. Das letzte Gold Fixing wurde am Nachmittag des 19. März 2015 veröffentlicht, wie die LBMA auf ihrer Homepage www.lbma.org.uk/lbma-gold-price mitteilt. Seither wird der internationale Referenzpreis für Gold durch den LBMA Gold Price angegeben. Das mechanische Gold Fixing wurde durch einen elektronischen Prozess ersetzt, der von dem unabhängigen Unternehmen ICE Benchmark Administration (IBA) durchgeführt und verwaltet wird. IBA stellt die Plattform zur Feststellung des Goldpreises zur Verfügung und überwacht die Ausführung. Diese Plattform bietet den Teilnehmern eine elektronische, und auktionsbasierte Lösung, die handelbar und prüffähig ist und den Anforderungen der Regulierungsbehörde International Organization of Securities Commissions (IOSCO) entspricht.

Die Anzahl der Banken, die an der Bildung des LBMA Gold Price beteiligt sind, hat sich auf elf Kreditinstitute erhöht:

  • Barclays Bank PLC
  • Bank of China Limited
  • Goldman Sachs International
  • HSBC Bank USA, NA
  • J.P. Morgan
  • Morgan Stanley
  • Société Générale SA
  • Standard Chartered Bank
  • The Bank of Nova Scotia – ScotiaMocatta
  • The Toronto Dominion Bank (TD)
  • UBS Group AG

Auch der LBMA Goldpreis wird zweimal täglich um 11.30 Uhr MEZ (10.30 Uhr Ortszeit in London) und um 16.00 Uhr MEZ (15.00 Uhr Londoner Zeit) festgesetzt. Von 1919 bis 1968 erfolgte die Angabe des Goldpreises in Britischen Pfund, der damals führenden Währung an den internationalen Finanzmärkten. Im Jahr 1968 kamen auch Preisnotierungen in US-Dollar hinzu und im Jahr 1999 erfolgte zusätzlich das Gold Fixing in Euro. Mit der Einführung des LBMA Gold Preises wird der offizielle Preis nur noch in US-Dollar (USD) angegeben. Die Preisangaben in Pfund Sterling (GBP) und Euro (EUR) sind weiterhin abrufbar, aber es handelt sich lediglich um Schätzkurse für Abrechnungen von Käufen und Verkäufen des Edelmetalls.

Preisbildung für Gold ist öffentlich

Die Preisbildung nach dem neuen Verfahren ist öffentlich zugänglich. Der Vorsitzende setzt zweimal täglich einen Startpreis fest und die Teilnehmer geben ihre eigenen Order sowie die Aufträge ihrer Kunden in das elektronische System ein. Bei der Eingabe wird die Anzahl der gehandelten Unzen angegeben. Obwohl der offizielle Goldpreis in US-Dollar veröffentlicht wird, können die Teilnehmer beantragen, ihre Order in einer anderen Währung einzugeben, die von dem Handelssystem automatisch in Dollar umgerechnet wird. Sobald sich die Anzahl der Käufe und Verkäufe im annähernden Gleichgewicht unter Berücksichtigung einer Toleranzgrenze befinden, wird die Auktion geschlossen und ein fixer Preis wird festgelegt. Alle eingegebenen Käufe und Verkäufe werden zu dem ermittelten Preis ausgeführt. Die Teilnehmer an der Preisfindung erhalten sofort eine Bestätigung über die bankeigenen Transaktionen sowie über die Order, die sie im Auftrag ihrer Kunden ausgeführt haben.

Nicht nur die elf offiziell zugelassenen Kreditinstitute nehmen an der Auktion zur Preisfindung des LBMA Gold Price teil. Bei der ICE Benchmark Administration (IBA) als zuständige Behörde können sich auch andere Banken oder Goldhändler anmelden, um Teilnehmer an dem neuen Preisbildungsmechanismus zu werden. Die IBA geht ausdrücklich von einer wachsenden Anzahl von direkten Teilnehmern aus, um den Goldpreis möglichst transparent und marktgerecht zu gestalten.

Der international anerkannte Referenzpreis für Gold wird von den Notenbanken wie der EZB, der FED and weiteren genutzt, um den Wert ihrer Goldreserven zu bestimmen. Viele Händler richten ihre Ankaufspreise und Verkaufspreise nach dem LBMA Gold Price aus. Auch Wertpapiertransaktionen mit dem Basiswert Gold werden zu dem festgelegten Referenzpreis abgerechnet.

Auswirkungen von Spekulanten und Großanlegern auf den Goldpreis

Physisches Gold wie Münzen oder Goldbarren wirft keine Zinsen ab und die sichere Aufbewahrung in einem Bankschließfach oder einem Tresor verursacht zusätzliche Kosten. Daher investieren Großanleger meist nicht in physisches Gold, sondern in Exchange Traded Commodities (ETC’s) oder in Goldzertifikate. Die Emittenten dieser speziellen Wertpapiere hinterlegen Goldbarren als Sicherheit für die Papiere. Den Anlegern steht bei einem Konkurs des jeweiligen Emittenten das physische Gold zu. Es handelt sich um große Mengen des Edelmetalls, die in den Tresoren einer Verwahrstelle gelagert werden. Wenn viele ETCs am Finanzmarkt gehandelt werden, ändert sich der Goldbestand der Emittenten entsprechend und sie müssen Gold kaufen oder verkaufen. Diese Transaktionen wirken sich aufgrund der großen Mengen an Goldvorräten auf den Goldpreis aus und sorgen für Schwankungen am Edelmetallmarkt.

Gold Futures haben Einfluss auf den Goldpreis

Neben den Großanlegern haben vor allem Spekulanten, die mit Futures handeln, in den letzten Jahren maßgeblich den Preis für Edelmetalle bestimmt. Gold-Futures sind Terminkontrakte mit dem Basiswert Gold. Es finden häufige Leerverkäufe dieser Terminkontrakte statt, auch Short Engagement, short gehen oder Short Position genannt. Großanleger, die als Commercials bezeichnet werden, nutzen diese Leerverkäufe, um andere Handelspositionen abzusichern. Sie verkaufen Gold, das sie noch nicht besitzen, weil sie mit fallenden Preisen rechnen. Nach dem Verkauf des Edelmetalls zu einem hohen Preis erfolgt einige Zeit später der Kauf zu einem niedrigeren Kurs, wodurch der Investor einen Gewinn erzielt. Dem stehen andere Marktteilnehmer, wie Investmentfonds oder erfahrene Privatanleger, gegenüber, die erst dann kaufen, wenn die Preise tatsächlich niedrig sind und die bei einem gestiegenen Preis das Edelmetall wieder verkaufen. Dieses Handelsverhalten wird auch als Long Engagement, long gehen oder Long Position bezeichnet. Gold-Futures werden hauptsächlich an der New York Mercantile Exchange (NYMEX) sowie an der Tokyo Commodity Exchange (TOCOM) gehandelt.

Die amerikanische Aufsichtsbehörde U.S. Commodity Futures Trading Commission (CFTC) veröffentlich einmal in der Woche auf ihrer Homepage einen Commitments of Traders Report (CoT) genannten Bericht, der die Handelsaktivitäten aller Long Engagements und Short Engagements der verschiedenen Marktteilnehmer gegenüberstellt. Die Finanzexperten unterscheiden bei den Marktteilnehmern zwischen den Commerials und den Non-Commercials, die sich nach ihren Investitionsvolumen in Large Speculators und in Small Speculators unterscheiden. Commercials sind Großverbraucher des Edelmetalls, wie beispielsweise die indische Schmuckindustrie zur Hochzeitssaison oder die Volksrepublik China für den industriellen Gebrauch sowie Goldproduzenten wie bedeutende Goldminen. Als Non-Commercials werden große Investmentfonds oder vermögende private Investoren bezeichnet.

Da im Futures-Handel oft sehr große Summen gehandelt werden, wirkt sich das Handelsverhalten der Commercials und der Non-Commercial umgehend auf den Goldpreis aus. Sobald der CoT veröffentlicht wird, reagiert der Goldpreis auf die Markterwartungen der Teilnehmer. So führt ein Anstieg der Short Engagements zu einem Rückgang der Netto-Long-Positionen, was für eine pessimistische Markterwartung der Investoren spricht. Experten interessieren sich vor allem für außergewöhnliche Spitzenwerte der CoT-Daten. So könnte der Goldpreis in Kürze sinken, falls die Commercials sehr hohe Netto-Short-Positionen halten, während die Investmentfonds über eine große Anzahl an Netto-Long-Positionen verfügen. Erfahrene Marktbeobachter benutzen die CoT-Daten als ein wichtiges Instrument zur Analyse der Entwicklung des Goldpreises, da der Kurs stark von dem Handelsverhalten der Großanleger abhängt.

Die Bedeutung des Dollarpreises für Geldanlagen in Gold

Deutsche Investoren müssen bei einer Geldanlage in Gold beachten, dass zu dem Kursrisiko des Goldpreises ein Währungsrisiko hinzukommt. Dabei entwickeln sich der Kurs des US-Dollars und der Goldpreis in der Regel entgegengesetzt. Steigt der Dollarkurs, fällt der Goldpreis und umgekehrt. Je schwächer der Kurs des US-Dollars wird, umso weiter steigt der Goldpreis an, weil Anleger ihr Vermögen in das Edelmetall umschichten, sobald sie eine Schwäche der US-Wirtschaft vermuten. Das gilt auch für die Entwicklung der Aktienkurse, die sinken, sobald die Investoren eine Wirtschaftskrise ausmachen. Im Gegenzug steigt häufig der Goldpreis, weil die Anleger ihr Vermögen in Gold umschichten.

Für Investoren aus dem Euroraum bedeuten diese Zusammenhänge doppelte Aufmerksamkeit. Ein starker US-Dollar bewirkt, dass der Goldpreis sinkt. Trotzdem müssen die Käufer mit einem höheren Eurobetrag für den Kauf von Gold rechnen, weil die Transaktion in US-Dollar abgerechnet wird und der deutsche Käufer den hohen Dollarkurs zahlen muss.

Basisinformationen Gold kaufen

Tipps für den GoldkaufDas sollten Sie über Gold wissen, wenn Sie physisch Gold ankaufen möchten: Physisches Gold können Sie bei Banken oder speziellen Unternehmen, die sich auf den Ankauf und Verkauf von Gold und Silber spezialisiert haben, erwerben oder verkaufen. Dies ist inzwischen auch problemlos im Internet möglich. Gold wird generell mit einem Aufschlag verkauf bzw. angekauft.

Für den Käufer bedeutet der Aufschlag gleich eine Wertminderung oder ein Verlust, denn der Kurs des Goldes muß zunächst erst einmal steigen, damit der Aufschlag wieder herein verdient wird. Deshalb ist es sinnvoll, einen Verkäufer mit einem möglichst günstigen Ankaufspreis für das Gold zu finden. Dabei wird unterstellt, dass es sich um dieselbe Goldqualität von mindestens 99,9% Reinheit handelt. Nur Gold dieser Reinheit unterliegt übrigens nicht der Mehrwertsteuer.

Beachtet werden sollt bei einem Gold Ankauf auch, dass es sich um ein renommiertes Unternehmen handelt. Es empfiehlt sich, eines der größeren Goldhäuser auszuwählen. Denn diese Unternehmen erzielen einen hohen Umsatz und haben daher i.d.R. seriöse Geschäftspraktiken. Darüber hinaus kann es gute Gründe geben, Gold anonym zu kaufen.

Gold anonym kaufen

Je nach der Entwicklung auf den Finanzmärkten könnte es dafür einen guten Grund geben. Kann man Gold auch anonym kaufen? Diese Frage stellen sich viele Anleger aus Gründen der Vorsorge. In der Regel wird Gold gegen den Nachweis der Personendaten gekauft. In Deutschland besteht ein Geldwäschegesetzt, nach dem Bargeldbeträge von 15.000 Euro und mehr, die bei Banken oder anderen Finanzinstituten eingezahlt oder umgesetzt werden, wie beispielsweise bei einem Edelmetallkauf, nachweispflichtig sind. Dazu wird die Identität der betreffenden Person aufgenommen. Wer Gold anonym kaufen möchte kann dies tun, indem er Gold für einen kleineren Betrag erwirbt.

Welche Gründe kann es geben, um Gold anonym zu kaufen oder verkaufen?

Die Bundesregierung hat in der Vergangenheit mehrmals bereits gegen das Prinzip des Bestandsschutzes verstoßen (z.B. bei der Besteuerung von Gewinnen aus vermieteten Immobilien, was die Haltedauer betrifft). Es könnte durchaus sein, dass der Besitz von Gold wieder mit einer Steuer belegt wird. Da Käufer von Gold, deren Identität beim Kauf festgestellt wurde vermutlich in einer Datenbank gespeichert werden, wäre es in dem Fall der Besteuerung von Gold einfach diese Personen entsprechend heranzuziehen.

Auch eine nachträgliche Besteuerung von Gold könnte sich für registrierte Goldbesitzer nachteilig auswirken. Aktuell ist der Kauf von Gold mit einem Reinheitsgrad ab 99,9% von der Mehrwertsteuer befreit. Sollte die Bundesregierung hier eine Änderung im Sinne einer Mehrwertsteuer Besteuerung erlassen, hätten registrierte Goldbesitzer einen erheblichen Nachteil.

Es gibt also Eventualitäten, die allerdings derzeit nicht gegeben sich, die Gold anonym kaufen als sinnvoll erscheinen lassen.

Gold als Investment

Es gibt gute Gründe für den Kauf von Gold: Das Edelmetall ist beständig, wenn das Papiergeld seinen Wert verliert, denn das ist das Wesen einer Inflation. Wer Gold kaufen möchte, hat heute viel mehr Möglichkeiten als es die Generation vor uns hatte. Denn es gibt das Internet und mit Google kann jeder Winkel des Webs nach den besten Möglichkeiten für Gold Angebote durchsucht werden.

Grundsätzlich kann der Gold Käufer so genannte Gold Papiere oder echtes, materielles Gold mit seinem Kapital erwerben. Zu den Goldpapieren zählen ETC’s, Aktien von Goldminenbetreibern oder anderweitige Wertpapiere, die im engeren oder weiteren Sinn mit Gold zu tun haben. Als zweite Möglichkeit Gold zu kaufen, bleibt einfach echtes Gold, das unter als physisches Gold bezeichnet wird, zu erwerben. Das kann bei der Hausbank oder bei einem Goldhändler erfolgen. Die Banken erheben aber meist ein saftiges Aufgeld auf den eigentlichen Goldpreis. Die Regel sind hier 3% – 5%. Das ist eine ganze Menge, in Anbetracht der niedrigen Zinsen, die es für Einlagen auf Tagesgeld oder Festgeld gibt. Aktuell liegen die Zinsen auf einem Tagesgeldkonto bei den besten Angeboten bei rund 1%. Und das für ein ganzes Jahr. Die 3% Gebühr werden dagegen sofort beim Gold kaufen fällig. Da dauert es erst mal eine Weile, bis Gold um 3% gestiegen ist, damit der Verlust wieder wettgemacht ist.

Gold ist aber keine Geldanlage, bei der sich der Anleger beruhigt zurücklegen kann, denn der Goldkurs schwankt teilweise ganz gewaltig. Seit rund 10 Jahren ist der Preis für Gold eigentlich nur gestiegen, bis 2011. Im August 2011 erreichte Gold mit einem Kurs von 1870 Euro seinen bisherigen Höchststand. Seither ist der Kurs deutlich gesunken. Ganz große Pessimisten, die vom Staat noch die eine oder andere Gemeinheit bei der Besteuerung von Gold erwarten, kaufen Gold anonym. Das ist möglich, wenn Gold in kleinen Stückelungen gekauft wird. Aber es ist trotzdem immer auch Glück zu welchem Einstiegspreis das Gold gekauft werden kann.

 

Prognosen

USB

Die UBS hat in Ihrer Goldprognose ihr kurzfristiges Ziel auf 1.400 $ pro Unze erhöht. Für dieses Jahr hat die Schweizer Bank ihren Jahresdurchschnitt auf 1.280 US Dollar pro Unze von vormals 1.225 Dollar angehoben. Für die zweite Hälfte des Jahres, erwartet Goldanalystin Joni Teves in ihrer Analyse durchschnittliche Preise von 1.340 Dollar pro Unze.

Commerzbank

Die Commodity Analysten der Commerzbank sehen Gold weiterhin als sicheren Hafen an, ohne dass dazu ein Ende in Sicht wäre. Sie erhöhen die bisherige Jahresendprognose von 100 Dollar auf 1.350 US Dollar pro Unze. Die Bank sieht auch deswegen mehr Potenzial für Gold, weil die Amerikanische Notenbank keine Eile mit einer US Leitzinserhöhung zeigt.

ABN Amro Bank

Georgette Boele, die Koordinatorin der Devisen und Edelmetalle Strategien bei ABN AMRO, geht von Goldpreisen von 1.425 Dollar Ende September je Unze aus. Boele hatte in den letzten Jahren den Kursverlauf des gelben Edelmetalls besonders treffsicher prognostiziert.

Wells Fargo

Bearish! John LaForge, Leiter der realen Anlagestrategie bei Wells Fargo sagte, dass er aktuell einfach nur eine kleine Korrektur in einem langfristigen Abwärtstrend bei Gold sieht. Er sieht Gold in einem langfristigen Bärenmarkt und geht davon aus, dass Gold die Dezember 2015 Tiefs bei 1.050 pro Unze erneut testen könnte.

 

Literatur

Kitko Juli 206: These Four Banks Are Increasing Their Gold Price Forecasts

Bloomberg Juli 2016: Golds most accurate forecaster says prices are going to 1425 USD

 

Goldpreis News

28.09.2015 Der nächste Skandal bei Kursmanipulationen durch Banken könnte sich anbahnen. Nach der Manipulation beim Libor Zinssatz (mehrere Großbanken, darunter die Deutsche Bank hatten Referenzzinssätze zum eigenen Vorteil manipuliert) geht es nun um den Goldkurs. Die Schweizer Wettbewerbskommission (WEKO) hatte schon vor einiger Zeit in Sachen Kursabsprachen bei Gold, Silber, Platin und Palladium, also den Edelmetallen recherchiert. Nun eröffnet die WEKO offiziell die Untersuchungen zu Absprachen bei Spreads von Kauf- und Verkaufskursen, wobei offenbar die Banken Barclays, Deutsche Bank, HSBC, Julius Bär, Mitsui, Morgan Stanley und UBS in der Rampenlicht stehen.

 

 

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