Neuseeland Dollar: Mit einem NZD Dollar Fremdwährungskonto Gewinne erzielen

Der Neuseeland Dollar löste 1967 das Neuseeländische Pfund ab und gilt als offizielles Zahlungsmittel in Neuseeland, Tokelau, Niue und auf den Pitcairninseln. Der ISO-4217-Code ist NZD, die offizielle Abkürzung lautet NZ$. Umgangssprachlich wird der Neuseeland Dollar auch als Kiwi (-Dollar) bezeichnet. Er ist in 100 Cent unterteilt und wird von derReserve Bank of New Zealand herausgegeben und reguliert. Die Bank stellt keine Abteilung eines Ministeriums dar, sondern wird von einem eigenen Gouverneur vertreten. Da in Neuseeland der bargeldlose Zahlungsverkehr weit ausgebaut ist, befinden sich derzeit Banknoten (s. Abbildung 1) und Geldmünzen in einem Wert von nur 3,4 Mrd. NZ$ im Umlauf.

 

Neuseeland Dollar Scheine

Abb.1: Gängige Banknoten des Neuseeland Dollar. Quelle: www.rbnzmuseum.govt.nz

 

Deutsche Anleger können über ein NZD Konto auf eine Aufwertung des Kiwi spekulieren.

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Neuseelands Wirtschaft

Neuseelands Wirtschaft ist auch heute noch stark von der Landwirtschaft geprägt, diversifiziert sich in den letzten Jahrzehnten jedoch zunehmend. Nach wie vor sind Tierzucht und Obst- und Gemüseanbau sowie Weinbau wichtige Wirtschaftsfaktoren des Landes, verlieren jedoch auch im internationalen Vergleich zunehmend an Bedeutung.

Die Inflationsrate, die Ende der 1980er Jahre noch bei fast 20 Prozent lag, konnte bis 2005 auf unter 4 Prozent verringert werden. Seitdem gilt das Land als wirtschaftlich stabil. Daran änderte auch ein starkes Erdbeben im Jahr 2011, das nur wenige Kilometer südöstlich von Christchurch stattfand nichts. Zwar verlangsamt sich das Wirtschaftswachstum bedeutend und Neuseelands Kreditwürdigkeit wurde herabgestuft, bereits zwei Jahre später befand sich die Konjunktur jedoch wieder deutlich im Aufschwung.

Neben der Agrarwirtschaft ist der südpazifische Staat vom Tourismus geprägt. Er ist mit einem Anteil von 9 % an den Exporterlösen heute der zweitwichtigste Exportzweig und öffnet sich zunehmend auch für Kurzurlauber mit höherem Budget. Jährlich besuchen 2,6 Millionen Touristen den Staat, der große Anstrengungen im Bereich Umweltschutz unternimmt.

Neuseeland verfügt kaum über Bodenschätze. Abgebaut werden lediglich Eisensand, Gold, Tonminerale, Kalkstein und Silber. Zwar hat Neuseeland auch Vorkommen an Bauxit, Chromeisenstein, Cinnabarit, Ilmenit, Kassiterit, Kupfer, Scheelit und Uran, allerdings sind die Vorkommen zu gering oder Rohstoffimporte sind günstiger. Kohle, Erdöl und Erdgas werden in Neuseeland ebenfalls gefördert. Dennoch ist der Staat nicht vollständig unabhängig von Energiereserven. Vor allem Öl muss als Kraftstoff für Fahrzeug importiert werden. Derzeit deckt der Staat jedoch bereits über drei Viertel des Energiebedarfs durch regenerative Energien, wobei vor allem Wasserkraft vor Geothermie genutzt wird. Bergbau und Industrie machten 2012 rund 18,7 Prozent des BIP aus.

 

Import und Export

Die wichtigsten Exportgüter stammen vor allem aus der Landwirtschaft. Milchprodukte, Wolle sowie Fleisch, Fisch und Meerestiere werden genauso exportiert wie Gemüse, Obst und Wein. Der Export besteht demzufolge auch zu über 60 % aus Primärprodukten. Wichtige Importgüter sind mechanische Geräte, Kraftfahrzeuge und Zubehör, Elektrogeräte, Mineralöl und Textilien.

Als wichtigste Handelspartner gelten die Länder der Asia-Pacific Economic Cooperation (APEC), die fast drei Viertel der neuseeländischen Waren-Exporte abnehmen und sich für über 70 % der Importe verantwortlich zeigen. Lange Zeit war Großbritannien einer der wichtigsten Handelspartner von Neuseeland und nahm einen Großteil der landwirtschaftlichen Produktion ab. Mit dem Eintritt in die EU änderte sich dies und China wurde sogar vor Australien zum wichtigsten Handelspartner.Derzeit ist die Volksrepublik China Abnehmer für ein Fünftel der Exportwaren. In die EU gehen knapp 10 Prozent der Waren, importiert werden von dort 16,7 % der Einfuhren Neuseelands.

Neuseeland konnte 2013 einen Handelsbilanz-Überschuss in Höhe von 533 Mio. NZD verkünden. Dabei wird der Überschuss von 1,5 Mrd. Neuseeland Dollar durch ein Defizit im Bereich Dienstleistungen von etwa 1 Mrd. NZD deutlichgeschmälert.

Neuseeland ist Mitglied von OECD, WTO, ITW, Weltbank und der APEC. Zudem hat es das SPARTECA und PACER unterzeichnet und gilt als Vorreiter bei Freihandelsabkommen. Bereits 1990 konnte sich der Staat mit Handelspartner Australien auf freien Warenverkehr einigen. Nach wie vor strebt Neuseeland die Einführung eines gemeinsamen Binnenmarktes voran. Zudem unterhält der südpazifische Staat Freihandelsabkommen mit Taiwan, China und Hongkong. Zudem verhandelte es als erstes westliches Land mit Russland, Weißrussland und Kasachstan, setzte die Verhandlungen wegen der Ukraine-Krise jedoch aus. Auch mit Indien befindet sich Neuseeland in Verhandlungen. Zusätzlich will Neuseeland auch die transpazifischen Handelsbeziehungen stärken und ausweiten und beteiligt sich an den Verhandlungen des TTP, nachdem es bereits zu den Gründungsmitgliedern des TPSEP gehörte.

 

Wovon wird der Neuseeland Dollar beeinflusst?

Der Neuseeland Dollar erreichte im März 2015 einen historischen Höchststand von 0,70 Euro und eine weitere Aufwertung des NZD wird erwartet. Dies ist jedoch vor allem dem schwachen Euro geschuldet. Anleger die auf einen Forgang der Rally setzen, können über Einlagen auf einem Neuseeland-Dollar Frendwährungskonto von möglichen Kursanstiegen profitieren.

Der Wechselkurs des Neuseeland-Dollars zum Australien Dollar folgt mit knapp 0,97 A$ im gleichen Zeitraum einem eher gegenläufigen Trend.

Die Staatsverschuldung des südpazifischen Staates ist mit 33 % vom BIP im internationalen Vergleich relativ gering, zumal Neuseeland mit einem BIP von 40.481 US-Dollar pro Kopf nur knapp die Top 20 der wirtschaftsstärksten Länder verpasst und somit als wohlhabend gilt. Bis 2015 will die Regierung einen ausgeglichenen Haushalt erreichen. Aufgrund der hohen Abhängigkeit der Landwirtschaft wird die neuseeländische Wirtschaft von Dürreperioden teilweise stark getroffen.

 

Die neuseeländische Zentralbank hob den Leitzins zuletzt im Juli 2014 auf 3,5 % an. Sie deutete zudem weitere Maßnahmen an, damit der Zins im März 2017 das Ziel von 5 % erreichen kann. Als bedeutender Faktor beim Tempo der Erhöhung gilt jedoch der inflationäre Druck. Die letzten fünf Entscheidungen der Notenbank Neuseelands fielen demzufolge auch zurückhaltend aus und hatten keine weitere Erhöhung zur Folge. Im September 2014 intervenierte die Zentralbank am Devisenmarkt und verkaufte alleine im August über eine halbe Milliarde NZD.

Derzeit macht Neuseeland mit guten Wirtschaftsdaten von sich reden. Vor allem das Beschäftigungswachstum und die Bauaktivität sorgen für Zufriedenheit bei den Währungshütern. Als abträglich gilt jedoch der fallende Ölkurs, der hohe Wechselkurs des NZD und die globale Inflation. Nach wie vor ist Preisstabilität mit einer Zielinflation von 2 % das Hauptziel der RBNZ. Als konjunkturelle Bremsen sieht die Notenbank weiterhin die Trockenheit in einigen Regionen, den fiskalpolitischen Konsolidierungskurs, Einkommenseinbußen bei den Milcherzeugern und den hohen Wechselkurs des Neuseeland Dollars.

Wichtig für den Kurs des NZD ist zudem die Nachfrage des wichtigsten Handelspartners China. Eine Verringerung des Exports hätte für die neuseeländische Wirtschaft bedeutende Folgen, da die Volksrepublik vor allem als Hauptabnehmer der Milchprodukte gilt. Der hohe Wechselkurs des Neuseeland Dollars hat bereits zu einem Rückgang geführt, sodass die Zentralbank an einer weiteren Abschwächung des NZD interessiert sein dürfte, um so den Export wieder zu stärken.

 

Die Abbildung 2 zeigt die Kursentwicklung des NZD zum Euro.

 

EUR/NZD Kursentwicklung 2000 -2016

 

Abb. 2: Kursentwicklung des Währungspaares EUR/NZD von 1999 bis 2016. Quelle: comdirect