Aktueller Ölpreis: Entwicklung der Rohölpreise – Prognose

Trotz niedrigen Rohölpreisen bleibt der Petrodollar eine WeltwährungDer internationale Markt für Öl ist einer der volatilsten Märkte der Welt. Autofahrer haben sich an mehrmals täglich wechselnde Benzinpreise gewöhnt und Unternehmen haben gelernt, dass sie den Ölpreis als einen wichtigen Faktor der Preisbildung ständig beobachten müssen.
Private Verbraucher mit einer Ölheizung müssen regelmäßig die Preise vergleichen, um zu den besten Zeiten Öl zu kaufen. Unterschiedliche Faktoren beeinflussen den Ölpreis, sodass langfristige Prognosen über die Preisentwicklung sehr schwierig sind. Da die Ölpreise seit dem Zweiten Weltkrieg vor allem in US-Dollar abgerechnet werden, besteht für deutsche Unternehmen und Investoren außerdem ein Zusammenhang zwischen den internationalen Währungskursen und dem Ölpreis.

Aktueller Ölpreis und Entwicklung

Hier finden Sie die aktuellen Rohölpreise für die Sorten Brent und WTI. Da Öl in Dollar gehandelt wird, beziehen sich die Angaben in USD pro Barrel (bbl.).

Ölsorteaktueller Kurs
USD/Barrel
Kurs Vortag
USD/Barrel
WTI Crude Oil 57,38 56,6
Brent Crude Oil 63,57 62,78

Die Kurse beide Ölsorten sind in den letzten Tagen volatil.

12.07.2016 Ölpreisprognose der US-Energiebehörde EIA für 2016 und 2017

 Ölsorte 2016 2017
[USD/Barrel] [USD/Barrel]
WTI 43,57 52,15
Brent 43,73 52,15

05.02.2016 Morgan Stanley: In der letzten Prognose rudert die Investmentbank wieder leicht zurück und prognostiziert für den Oil Outlook Febr.: „..now forecasts persistently low prices for crude well into 2017, and perhaps beyond. “Weaker-than-expected demand, higher-than-expected supply, rising inventories and increased hedging incentives all work to delay rebalancing, and slow the rise in prices immediately thereafter,” Morgan Stanley erwartet also anhaltend niedrigen Preise, ohne konkret zu werden.

11.01.2016 Morgan Stanley reduziert die Prognose für den Ölpreis auf bis zu 20 Dollar pro Barrel. Als Grund geben die Analysten die Dollarstärke an, nicht einen der üblichen Gründe die sonst als Erklärung herangezogen werden, wie die Lagerbestände oder Ölfördermengen. Sollte der Dollar weiter aufwerten, sind Ölpreise (WTI) von 20 – 25 USD möglich, so die Prognose

27.12.2015: Die OPEC rechnet mit einem langfristig niedrigen Ölpreis: In ihrem aktuellen „OPEC’s World Oil Outlook„, geht die Organisation bis 2040 nur noch von einem Ölpreisanstieg auf inflationsbereinigt 70 US Dollar in 2020 und 95 US Dollar in 2040 aus.

11.01.2016 Brent fällt unter 33 USD. Quelle: comdirect

Brent unter 33 USD

09.12.2015 Der Kurs für die Ölsorte Brent fällt erstmals kurzfristig unter die 40 Dollar Marke. Quelle: comdirect

Brent unter 40 Dollar

Öl Futures

Die Öl Futures werden über dem aktuellen Rohölpreisen gehandelt. In der Abbildung 1 sind die WTI Futures vom 27.08.2015, 06.04.2016 und 15.07.2016 an der NYMEX (New York Mercantile Exchange) angegeben. Die New York Mercantile Exchange ist die führende Warenterminbörse.

Ölpreis-WTI-Futures. Stand Juli-2016

Entwicklung des Ölpreis WTI Future 2015 – 2020

Abb.1: Öl Future für WTI von Oktober 2015 bis 2020. Die Notierungen sind in USD pro Barrel. Quelle: NYMEX, Kurse vom 27.08.2015/06.04.2016 und 15.07.2016, cmegroup.com/trading/energy/crude-oil/light-sweet-crude.html

 

Die Erwartungen an den künftigen Ölpreis haben sich von Oktober 2015 bis April 2016 drastisch verringert: Wurde beispielsweise für den Dezember 2017 im Oktober 2015 noch mit 56,23 USD/Barrel gerechnet, lag der Preis am 6. April  2016 bei nur noch 44,27 USD/Barrel. Für die Dezember 2020 Future sind die relevanten Preise: 62,49 USD/Barrel bzw. 49,05 USD/Barrel.
Die letzten Datensätze stammen aus dem Juli 2016 (graue Punkte). Deutlich ist eine Erholung der Futures gegenüber den Daten aus dem April 2016 zu erkennen.

Ein Vergleich der beiden Öl Future Kurven zeigt ein komplette Phasenverschiebung der Kurve von Oktober 2016 um ca. 12 USD/Barrel zu tieferen Preisen.

Die Ölprognose des Marktes ist eindeutig: Die Händler gehen von steigenden Rohölpreisen für WTI aus. Hier finden Sie Informationen zum aktuellen Dollar Kurs und USD Prognosen.

 

Dollar Fremdwährungskonto - hier Anbieter vergleichen

Die Ölpreis Prognosen verschiedener Organisationen

Sowohl Rohstoffexperten der Banken als auch verschiedene Organisationen veröffentlichen regelmäßige Prognosen, zur Ölpreisentwicklung in 2016 und 2017, aber auch zu den kurzfristigen Aussichten . Während langfristige Vorhersagen schwierig sind und häufig revidiert werden müssen, stellen die kurzfristigen Einschätzungen der Weltbank oder der in Paris ansässigen International Energy Agency (IEA) einen verlässlicheren Wert dar, auf den sich Analysten und Wirtschaftsjournalisten stützen. So prognostiziert zum Beispiel die International Energy Agency (IEA), dass die Nachfrage nach Öl bis zum 3. Quartal 2016 weiter ansteigen wird. Gleichzeitig wird sich die Menge des geförderten Öls über die Nachfrage hinaus erhöhen, sodass sich nach Ansicht der Experten der International Energy Agency (IEA) Ende des Jahres 2016 ein sehr hoher Lagerbestand ergeben wird.

IEA (International (Energy Agency) Ölpreis Prognose

Die IEA prognostiziert kurzfristig und mittelfristig einen weiter fallenden Ölpreis. Als Grund werden Überkapazitäten angegeben, die kurzfristig eher zunehmen dürften. Die weltweite Nachfrage wird aufgrund der schwächelnden Nachfrage, insbesondere in China, als geringer eingestuft. Erst langfristig würden verminderte Investitionen der Ölproduzenten zu einer Verringerung des Ölangebotes und damit wieder zu steigenden Preisen führen.

Das American Petroleum Institute (API) veröffentlicht regelmäßige Reports über die Lagerbestände der USA an Erdöl. Auf der Homepage von API können sich interessierte Investoren über die aktuellen Zahlen informieren. Jede Woche werden die Bestände an Rohöl veröffentlicht, die die Vereinigten Staaten in ihren Lagerstätten auf Vorrat halten. Der Ölpreis reagiert meist umgehend auf die neuen Zahlen, indem er bei einem gesunkenen Lagerbestand steigt und bei hohen Lagerzahlen sinkt aus Furcht vor einem Überangebot an Öl auf dem Weltmarkt. Das Überangebot kann in Zukunft auch durch Erdöl aus dem Iran entstehen, nachdem die Sanktionen der westlichen Industrienationen nach dem Ende des sogenannten Atomstreits aufgehoben wurden.

OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries)

 

Die OPEC hat auf ihrer Sitzung am 4. Dezember 2015 keine Änderung der Förderquote beschlossen. Der Markt hatte dagegen bereits eine REduktion der täglichen Ölproduktion eingrpreist und reagierte mit einem deutlichen Kursrückgang bei Brent und WTI. Die OPEC Ölprognose für 2016 ist verhalten:
„In 2016, world oil demand is expected to grow by 1.25mb/d, partly supported by the improvement in global economic activities. The OECD region is anticipated to rise by 150tb/d, led solely by the US, while Europe and Asia Pacific are seen declining. In the non OECD region, growth is expected to be around 1.1mb/d, with China showing slightly lower growth. Steady oil requirements are expected in Other Asia, the Middle East and Latin America. Nevertheless, the oil demand forecast for 2016 is subject to considerable uncertainties, depending on the pace of economic growth, development of oil prices, and weather conditions, as well as the impact of substitution and energy policy changes.
As a result of the current forecasts, the demand for OPEC crude in 2016 is expected at 30.8mb/d, which represents an increase of 1.5mb/d over the estimated level for 2015.“

Moody’s

07.03.2016 Moody’s sieht mittelfristig anhaltend niedrige Ölpreise. Die Ratingagentur Moody’s hat die für mehrere ölexportierende Länder die Bonität herabgestuft und für Weitere einen negativen Ausblick gegeben. Der Grund für diese Bonitätsveränderungen ist, dass der deutliche Rückgang der Ölpreise tiefe Auswirkungen das Wirtschaftswachstum dieser Länder hat. Moody’s rechnet in den kommenden Jahren mit keiner substanziellen Erhöhung der Ölpreise.

 

Zukünftiger Brent Ölpreis: Short Term 3-Monats Prognose, 31.03.2017

Angegeben sind die Prognosen von 19 Banken zum Stichtag 22.12.2016,  30.09.2016, 30.06.2016 und 30. Dezember 2015, die sich an der Umfrage des Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) beteiligt haben. Quelle: ftp.zew.de/pub/zew-docs/prognosetest/aktuell.pdf

 

Institut Ölpreis Brent [USD] Ölpreis Brent [USD] Ölpreis Brent [USD] Ölpreis Brent [USD]
Prognose zum 30.12.2015 Prognose zum 30.06.2016 Prognose zum 30.09.2016 Prognose zum 31.03.2017
Allianz 50 42 48 55
Bayerische Landesbank 50 37 45 50
BHF Bank 60 28 32
Commerzbank 55 40 45 53
Deka Bank 54 34 49 52
Deutsche Bank 53 42 45
DZ Bank 45 40 46 54
Hamburger Sparkasse 50 40 45 50
Helaba 48 40 42 50
Julius Bär 55 40 42,5 50
LBBW 50 40 45 55
National-Bank 46 38 47,5 54
Nord/LB 50 37 48 53
Postbank 45 35 40 50
Sal. Oppenheim 53 40
Santander Bank 50 40 45 52
UniCredit 55 40 40 52
Weberbank 45 45 50 55
WGZ Bank 30 40 45
Mittelwert 50 39 44 52
Median 50 40 47 52

Während für die Prognose zum 30.12.2015 die durchschnittliche Erwartung bei 50,75 USD / Barrel, die geringste Voraussage bei 45 USD und die höchste bei 65 USD lag, sehen die Banken für den Stichtag 30.06.2016 deutlich geringere Kurse. Im Mittel werden nur noch 39 Euro / Barrel erwartet. Für den 30. September 2016 werden im Vergleich zur April 2016 Umfrage mit durchschnittlich 44 USD/Barrel wieder leicht höhere Preise erwartet. Für 2017 geht der Trend aufwärts: Die Institute rechnen im Mittel zum 31.03.2017 mit einem Preis von 52 US Dollar/Barrel.

Goldman Sachs Ölpreisprognose auf 20 USD gesenkt

16.09.2015 Die Rohstoff Abteilung von Goldmann Sachs reduziert ihre Prognose zum Ölpreis der Sorte WTI erneut. Nach Angaben von Jeffrey Currie, Leiter Commodities Research Abteilung von Goldman Sachs, erklärt warum Öl bis auf $ 20 fallen könnte.

Danach werden die Ölpreise in diesem Jahr weiter durch eine steigende OPEC-Produktion und Ölaufkommen außerhalb der OPEC unter Druck geraten, da das Angebot die Nachfrage voraussichtlich übertreffen wird. „Die Ölpreise sind in den letzten Monaten stark in unserer $ 45 pro Barrel WTI Herbstprognose zurückgegangen. Während dieser Rückgang von Makro Gründen getragen wurde, wurde sie aus unserer Sicht von schwachen Fundamentaldaten gerechtfertigt“.

Die Bank zitiert steigenden OPEC-Produktionen und wirtschaftliche Probleme in China (geringere Ölnachfrage) als die wichtigsten Gründe, die zu weiteren Abwärtskorrekturen in den Preisprognosen führen.

Eine Überkapazität wird es nicht nur 2015 geben: Goldman Sachs prognostizier auch für 2016 eine Überkapazität auf dem Ölmarkt, die größer als bisher erwartet ausfallen wird. Deshalb senkt die US-Investmentbank ihre Prognose 2016 für WTI um 45 $ pro Barrel ab auf 57 $ und erwartet in 2015 ein WTI Durchschnittspreis von 48,1 $ pro Barrel, die letzte Ölprognose war 52 USD.

Auch für das Brent Öl (Durchschnittspreise) ist Goldman Sachs pessimistisch, die Prognose für 2015 wurde von 58,2 USD auf 53,7 USD und für 2016 von 62 USD auf 49,5 USD reduziert.

Morgan Stanley Ölpreisprognose: Preise für 2017 deutlich korrigiert

16.09.2015 Die Investmentbank revidiert ihre bisherige Ölpreisprognose für WTI und Brent Crude Oil nach unten, besonders was die langfristige Ölpreisentwicklung betrifft. Im Jahr 2017, erwartet Morgan Stanley für WTI Crude einen Preis um die 60 USD pro Barrel, im Vergleich zur letzten Prognose von 80 Dollar, was eine Reduktion von 25 Prozent bedeutet.

Die Prognose für WTI zum Jahresende 2015 ist 51,07 Dollar/bbl und zum Ende 2016 sind es  56,45 Dollar/Barrel.

Die wichtigsten Einflussfaktoren der Ölpreisbildung

Die Analysten der größten Banken der Welt veröffentlichen regelmäßig ihre eigenen Prognosen zu den Ölpreisen. Diese Prognosen müssen gegebenenfalls an die aktuelle Entwicklung angepasst werden, da unterschiedliche Faktoren die Preisbildung beeinflussen. Zu den wichtigsten Einflussfaktoren der Ölpreisbildung gehören:

die weltweite Nachfrage nach Öl

  • die wirtschaftliche Entwicklung in den ölimportierenden Ländern
  • der Zeitpunkt, zu dem private und geschäftliche Abnehmer Öl benötigen
  • die Höhe des verfügbaren Einkommens der Endverbraucher
  • die Menge des geförderten Öls
  • die weltweiten Lagerbestände an Öl
  • Preisabsprachen der Anbieter
  • die Nachfrage nach Öl als Spekulationsobjekt für Geldanlagen
  • die Kursentwicklung des US-Dollars
  • die Entwicklung der internationalen Zinssätze
  • Marktmanipulationen

 

Bei großen Mengen Öl, die umgesetzt werden, legen Käufer und Verkäufer den Preis selbst fest. Die übrigen Kontingente werden über weltweite Rohstoffbörsen verkauft. Zu den wichtigsten Börsen zählen:

  • ICE Futures in London (früher als International Petroleum Exchange IPE bekannt)
  • New York Mercantile Exchange (NYMEX)
  • Chicago Board of Trade (CBOT) als Teil der CME Group
  • Shanghai Futures Exchange (SHFE)
  • Singapore Exchange Ltd. (SGX)

Der Begriff Petrodollar und Dollarfakturierung

Der Petrodollar schmiert nach wie vor die WeltwirtschaftInternational wird der Rohölpreis seit Ende des Zweiten Weltkriegs in US-Dollar gerechnet. Seither werden die mit dem Handel mit Erdöl erzielten Einnahmen auch Petrodollar genannt. Der Begriff Petrodollar ist eine Zusammensetzung aus dem englischen Wort petroleum, das übersetzt Öl bedeutet, und der amerikanischen Währung Dollar. Der Abrechnungsvorgang einer Öllieferung (Rechnungsstellung) in Dollar wird als Dollar Fakturierung bezeichnet.

Nach Recherchen des US-Investmenthauses Goldman Sachs ist Rohöl der wichtigste Rohstoff der Welt, da Öl circa 45 % aller weltweit geförderten Rohstoffe ausmacht. Nationen, die Erdöl importieren müssen, befinden sich in einer großen Abhängigkeit von der Entwicklung des Devisenkurses ihrer Heimatwährung zum US-Dollar. Je schwächer die Landeswährung im Vergleich zum Dollar ist, umso teurer wird das Erdöl, das für die Versorgung der Bevölkerung und für die einheimische Wirtschaft importiert werden muss.

Jedes Land, das Erdöl exportiert, erhält durch den Petrodollar zum Teil sehr große Dollarbeträge. Die Zahlungsströme versucht die Zentralbank der USA mit dem Namen Federal Reserve System (FED) zu steuern, da das Land seine Währung nur in die Länder transferieren möchte, deren politische Systeme den Vorstellungen der US-Regierung entsprechen. Um der Abhängigkeit vom US-Dollar zu entgehen, versuchen einige Staaten, wie der Iran, China, Syrien oder Venezuela, eine Fakturierung in Euro zu erreichen. Aus diesem Grund wurde der Begriff des Petroeuro erfunden, der jedoch bisher in der Praxis nur eine geringe Anwendung findet.

Die Unterschiede zwischen Brent und WTI – ein Vergleich

Die Preise für Erdöl werden international in US-Dollar je Barrel Öl angegeben. Ein Barrel Erdöl entspricht 158,988 Liter. An der größten europäischen Börse für Erdöl in London finden Verbraucher und Investoren den Preis für ein Barrel Erdöl der Marke Brent. An der New Yorker Börse hingegen wird der Preis für ein Barrel WTI gelistet. WTI ist die Abkürzung für West Texas Intermediate, einer leichten Sorte Rohöl aus Amerika, die wenig Schwefel enthält und daher auch als süße Rohölsorte bezeichnet wird. Das amerikanische Leichtöl WTI ist das bekannteste Referenzöl, das in Nordamerika gefördert wird.

Für Europa hat sich die Ölsorte Brent als Referenzölsorte etabliert. Das europäische Öl wird international auch Brent Crude oder Brent Crude Oil genannt, wobei der englische Begriff crude auf Deutsch roh bedeutet. Bei der Ölsorte Brent handelt es sich mittlerweile um eine Mischung aus den Fördermengen aus verschiedenen Ölfeldern in der Nordsee (Brent Blend). Im Bereich zwischen Norwegen und den Shetlandinseln befinden sich die Ölfelder Brent, Ninian, Forties, Ekofisk und Oseberg, die zum Teil durch Pipelines miteinander verbunden sind. Weitere wichtige Referenzölsorten weltweit sind Dubai Fateh für Asien, Leona Crude Oil aus Venezuela und Tijuana aus Mexiko für Südamerika, Alaska North Slope für Nordamerika, Urals-Öl oder Urals für Russland sowie die libysche Ölsorte Zuetina für Afrika.

Die Preise der beiden Ölsorten WTI und Brent stellen die Richtwerte für die Ölpreise an den internationalen Rohstoffbörsen dar. Die Börsen in London und New York bestimmen mit dem ICE Brent und dem NYMEX WTI die Preise für zwei standardisierte Ölsorten. Die Kurse der übrigen Erdölarten werden als Zuschlag beziehungsweise Abschlag auf die Referenzöle bestimmt. Obwohl es sich um Ölsorten mit einer sehr ähnlichen Zusammensetzung handelt, ist der Preis für Brent und WTI nicht gleich hoch, wie der Ölpreisvergleich zeigt. Bei Betrachtung der Kurscharts der beiden Erdölsorten fällt jedoch auf, dass die Kursentwicklung fast zwanzig Jahre lang annähernd parallel verlief. Meist lag die Differenz zwischen den Kursen, auch Spread genannt, bei null oder WTI war geringfügig teurer als Brent. Das hat sich jedoch im Frühjahr 2009 geändert, als erstmals das europäische Erdöl einen höheren Preis erzielte als das amerikanische Öl. Seither unterliegt der Spread großen Schwankungen und der Preis für Brent liegt höher als der Preis für WTI.

 

Fracking in den USA beeinflusst den Ölpreis

Der Name Fracking steht für den englischen Fachbegriff Hydraulic Fracturing. Die deutsche Übersetzung lautet hydraulisches Aufbrechen. Bei der Fracking-Methode bohren Geologen zunächst ein tiefes Loch in den Boden, in das unter hohem Druck mit Chemikalien versetztes Wasser gepresst wird. Dadurch werden Risse im Gestein erzeugt, die dafür sorgen, dass eingeschlossenes Erdöl und auch Erdgas sich lösen und gefördert werden können. Während in Deutschland unter anderem der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) aus Berlin ein allgemeines Fracking-Verbot fordert , ist in den USA ein Fracking-Boom ausgebrochen. Durch diese unkonventionelle Fördermethode versucht die amerikanische Regierung, von Ölimporten unabhängig zu werden. Wie die US-Energiebehörde Energy Information Administration (EIA) in einer Studie ermittelt hat, könnten die USA zwischen 2020 und 2030 unabhängig von Erdölimporten werden. Dazu trägt auch das Fracking bei, mit dem die Vereinigten Staaten von Amerika immer größere Mengen an Erdöl fördern. Durch die erhöhte Förderung sind aber auch größere Mengen an Öl weltweit verfügbar. Dieses Überangebot wirkt sich auf den Ölpreis aus, der dadurch sinkt.

Die OPEC und ihr Einfluss auf den Ölpreis

Die Abkürzung OPEC steht für Organisation erdölexportierender Länder. Es handelt sich um den Zusammenschluss von derzeit zwölf Staaten, vor allem aus Nord-Afrika und aus Vorderasien. Die Gründung des Kartells erfolgte im Jahr 1960 in Bagdad, im Jahr 1965 wurde der Sitz nach Wien verlegt. Diese Staaten sind Mitglieder in der OPEC:

1.     Saudi-Arabien
2.     Kuwait
3.     Katar
4.     Vereinigte Arabische Emirate (vor allem Abu Dhabi)
5.     Angola
6.     Nigeria
7.     Venezuela
8.     Algerien
9.     Ecuador
10.  Irak
11.  Iran
12.  Libyen

Mit Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Iran, Kuwait und Venezuela befindet sich die Hälfte der zehn größten ölfördernden Staaten der Welt in der OPEC. Die anderen fünf Länder, die ebenfalls große Mengen an Rohöl fördern, sind die USA, Russland, Kanada, China und Mexiko.

Ziel der Organisation ist ein Ölmarkt, der den Preis von Erdöl beeinflusst, reguliert und zum Nutzen der Mitgliedsländer stabilisiert. Dazu treffen sich die zuständigen Minister der Mitgliedsstaaten dreimal im Jahr, um sich über den weltweiten Erdölmarkt zu informieren und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. So kann die OPEC ihre Mitglieder auffordern, die geförderte Ölmenge zu drosseln oder zu steigern, um den Ölpreis für die geplanten Ziele zu beeinflussen. Dazu müssen die einzelnen Länder aber beachten, dass die Förderquoten für Rohöl an die landeseigenen Reserven gekoppelt sind. Sobald ein Land die vereinbarte Quote überschreitet, muss es mit Sanktionen seitens der OPEC rechnen. Trotzdem haben Saudi-Arabien als OPEC-Mitglied mit der größten Fördermenge an Erdöl und andere OPEC-Staaten bewusst ihre Fördermengen gesteigert, um den Weltmarkt mit billigem Öl zu überschwemmen. Dadurch wollen die auf konventionelle Art Erdöl fördernden Länder erreichen, dass die USA ihre Fracking-Methoden wieder einstellen. Fracking verursacht im Vergleich zu den herkömmlichen Fördermethoden erheblich höhere Kosten, sodass einige amerikanische Produzenten gezwungen sind, Darlehen aufzunehmen, um die unkonventionelle Förderung zu finanzieren.

Die Bedeutung der Volksrepublik China für den Ölpreis

China stellt die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt dar, seit sich das Land seit den 1990er Jahren von einer Planwirtschaft zu einer Marktwirtschaft gewandelt hat. Seit der Liberalisierung des Außenhandels hat sich China zum größten asiatischen Handelspartner Deutschlands entwickelt und Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Chinas in Europa. Auch andere Staaten weltweit betreiben regen Handel mit chinesischen Geschäftspartnern. Durch die schnell wachsende Wirtschaft ist auch der Ölverbrauch der Chinesen stetig gestiegen, da das Land nicht genug eigenes Öl fördern kann. Als größter globaler Ölverbraucher beeinflusst China den Ölpreis entscheidend. Darum reagieren die Preise sowohl auf positive Wirtschaftsnachrichten als auch auf Wirtschaftsschwächen des Landes. Das zeigte sich deutlich im August 2015, als wegen der anhaltenden Konjunkturschwäche in China sowohl der Ölpreis als auch der Dollarkurs und die Wertpapierkurse weltweit sanken. Nachdem sich jedoch die Kurse an der chinesischen Börse wieder erholten, zeigten auch die Ölpreise eine positive Kursentwicklung.

Die Folgen anhaltend niedriger Ölpreise

Durch das Fracking der USA, die hohen Fördermengen Saudi-Arabiens und anderer OPEC-Staaten, die Wirtschaftsschwäche Chinas und durch die Aussicht, dass der Iran seine großen Ölvorräte demnächst auf den Weltmarkt bringen wird, befinden sich die Ölpreise auf einem historisch niedrigen Wert. Während Autofahrer oder Eigenheimbesitzer mit einer Ölheizung sich über niedrige Preise freuen, bedeutet der Preisverfall für einige Länder einen Rückgang der Staatseinnahmen. Vor allem ärmere Staaten wie Libyen, Algerien, Venezuela oder Nigeria leiden unter dem niedrigen Ölpreis, der den Staatshaushalt stark belastet. So stellen die Petrodollar aus dem Ölexport in Libyen fast die einzigen Einnahmen dar und selbst Saudi Arabien rechnet erstmals seit langer Zeit mit einem Haushaltsdefizit und muss sich Geld an den internationalen Finanzmärkten leihen. Staaten wie Algerien, Venezuela und Nigeria finanzieren mehr als die Hälfte ihres Haushalts aus den Einnahmen des Ölverkaufs. Für diese Länder müsste der Preis für ein Barrel Öl bei 120 – 125 US-Dollar liegen, damit sich ein ausgeglichener Staatshaushalt ergibt. Nachdem jedoch am Weltmarkt zum Teil nur etwa ein Drittel dieses Betrages für ein Barrel Öl erzielt wird, drängen diese Länder auf niedrigere Förderquoten, um den Preis wieder anzuheben. Auch in Russland und in Norwegen fehlt viel Geld durch die niedrigen Ölpreise. Dadurch kommt es in der Ölindustrie zu dem Abbau von Arbeitsplätzen, sodass in Norwegen die Arbeitslosenzahlen seit dem Jahr 2014 erheblich gestiegen sind. Auch der Kanadische Dollar leidet unter dem Rohölpreisverfall.

In anderen europäischen Ländern hingegen freuen sich Unternehmen, Arbeitnehmer und Verbraucher über geringe Ölpreise. Durch niedrige Preise für Benzin und Heizöl steht den Verbrauchern mehr Geld zur Verfügung, das sie anlegen oder zur Stärkung ihrer Kaufkraft verwenden können. Unternehmen, die Öl zur Produktion ihrer Waren benötigen, können die Preise senken und so ihren Absatz steigern. Dadurch entstehen neue Arbeitsplätze und die Aktienkurse der produzierenden Firmen steigen. Dies betrifft aber nicht nur den Euroraum sondern durchaus auch andere entwickelte Volkswirtschaften, wie die beispielsweise die Philippinen berichtet German Trade & Invest.

 

Ölverbrauch nach Ländern

In der Tabelle 1 ist der tägliche Verbrauch an Rohöl angegeben. In 2013 wurden weltweit

Tab. 1: Rohölverbrauch weltweit und nach Ländern und pro Tag von 2010 – 2014. Angegeben sind ist der Verbrauch in 1000 Barrel pro Tag. Quelle: www.eia.gov

2010 2011 2012 2013 2014
World 88157 89105 90340 91195 NA
North America 23556 23317 22940 23449 NA
Bermuda 5 5 5 5 NA
Canada 2283 2310 2352 2431 2413
Greenland 6 7 7 7 NA
Mexico 2080 2113 2086 2044 1966
Saint Pierre and Miquelon 1 1 1 1 NA
United States 19180 18882 18490 18961 19035
Central & South America 6481 6701 6965 7086 NA
Antarctica 2 0 0 0 NA
Antigua and Barbuda 5 5 5 5 NA
Argentina 709 729 742 770 NA
Aruba 7 6 6 6 NA
Bahamas, The 23 23 23 23 NA
Barbados 9 9 9 9 NA
Belize 3 3 3 4 NA
Bolivia 61 64 71 71 NA
Brazil 2699 2777 2923 3003 NA
Cayman Islands 4 4 4 4 NA
Chile 323 332 342 340 323
Colombia 270 294 321 324 NA
Costa Rica 49 49 50 50 NA
Cuba 164 171 170 170 NA
Dominica 1 1 1 1 NA
Dominican Republic 113 114 116 115 NA
Ecuador 243 244 251 254 NA
El Salvador 43 44 45 45 NA
Falkland Islands (Islas Malvinas) 0 0 0 0 NA
French Guiana 6 5 5 6 NA
Grenada 2 2 2 2 NA
Guadeloupe 15 15 15 15 NA
Guatemala 68 69 70 69 NA
Guyana 11 11 11 11 NA
Haiti 14 15 15 15 NA
Honduras 46 47 51 49 NA
Jamaica 51 54 52 53 NA
Martinique 17 17 17 17 NA
Montserrat 1 1 1 1 NA
Netherlands Antilles 79 90 90 90 NA
Nicaragua 28 31 30 30 NA
Panama 117 125 133 134 NA
Paraguay 31 34 36 35 NA
Peru 206 216 224 226 NA
Puerto Rico 146 143 147 144 134
Saint Kitts and Nevis 2 2 2 2 NA
Saint Lucia 3 3 3 3 NA
Saint Vincent/Grenadines 2 2 2 2 NA
Suriname 17 17 17 17 NA
Trinidad and Tobago 41 41 43 42 NA
Turks and Caicos Islands 1 1 1 1 NA
Uruguay 54 61 66 64 NA
Venezuela 688 713 731 746 NA
Virgin Islands, U.S. 106 116 117 119 110
Virgin Islands, British 1 1 1 1 NA
Europe 15367 14922 14439 14296 NA
Albania 26 26 23 25 NA
Austria 278 264 260 263 261
Belgium 667 629 606 613 619
Bosnia and Herzegovina 35 35 33 34 NA
Bulgaria 90 84 87 89 NA
Croatia 80 79 73 75 NA
Cyprus 56 55 52 53 NA
Czech Republic 201 197 194 188 201
Denmark 167 164 155 155 154
Faroe Islands 5 5 5 5 NA
Finland 214 208 198 198 196
Former Czechoslovakia
Former Serbia and Montenegro
Former Yugoslavia
France 1833 1793 1772 1767 1706
Germany 2467 2392 2389 2403 2399
Germany, East
Germany, West
Gibraltar 50 53 54 53 NA
Greece 372 351 306 284 283
Hungary 149 143 133 135 141
Iceland 21 21 18 17 16
Ireland 161 143 136 142 142
Italy 1544 1494 1370 1315 1235
Kosovo 11 13 12 12 NA
Luxembourg 60 61 59 59 57
Macedonia 19 19 19 19 NA
Malta 47 42 42 42 NA
Montenegro 6 6 6 6 NA
Netherlands 1020 1019 1011 987 961
Norway 222 225 218 223 225
Poland 565 557 527 511 510
Portugal 274 256 227 241 244
Romania 192 188 190 188 NA
Serbia 80 79 70 72 NA
Slovakia 84 82 70 71 73
Slovenia 56 55 54 51 49
Spain 1441 1385 1301 1205 1209
Sweden 336 315 300 299 295
Switzerland 266 247 251 264 238
Turkey 650 655 689 719 719
United Kingdom 1620 1578 1528 1508 1505
Eurasia 4329 4669 4644 4688 NA
Armenia 9 9 9 9 NA
Azerbaijan 83 92 97 99 NA
Belarus 152 176 166 171 NA
Estonia 26 26 29 30 32
Former U.S.S.R.
Georgia 21 22 22 21 NA
Kazakhstan 234 271 246 248 NA
Kyrgyzstan 27 28 36 33 NA
Latvia 36 34 33 34 NA
Lithuania 55 55 56 55 NA
Moldova 17 17 16 16 NA
Russia 3135 3422 3445 3493 NA
Tajikistan 11 12 12 12 NA
Turkmenistan 135 137 146 144 NA
Ukraine 306 292 262 255 NA
Uzbekistan 82 76 68 69 NA
Middle East 7405 7647 7986 8080 NA
Bahrain 45 46 49 50 NA
Iran 1811 1782 1863 1885 NA
Iraq 641 668 734 750 NA
Israel 251 248 280 238 235
Jordan 106 127 137 134 NA
Kuwait 397 431 456 467 NA
Lebanon 120 124 127 125 NA
Oman 150 163 186 172 NA
Palestinian Territories 18 16 16 16 NA
Qatar 199 201 226 230 NA
Saudi Arabia 2580 2761 2882 2961 NA
Syria 309 294 221 224 NA
United Arab Emirates 615 650 679 694 NA
Yemen 162 135 130 134 NA
Africa 3537 3447 3609 3601 NA
Algeria 354 349 377 390 NA
Angola 104 107 112 112 NA
Benin 35 31 31 31 NA
Botswana 19 18 18 18 NA
Burkina Faso 12 12 12 12 NA
Burundi 1 1 1 2 NA
Cameroon 36 37 39 38 NA
Cape Verde 3 3 3 3 NA
Central African Republic 2 2 2 2 NA
Chad 2 2 2 2 NA
Comoros 1 1 1 1 NA
Congo (Brazzaville) 17 14 15 15 NA
Congo (Kinshasa) 16 20 21 20 NA
Cote dIvoire (IvoryCoast) 27 27 26 26 NA
Djibouti 8 8 8 8 NA
Egypt 706 710 743 752 NA
Equatorial Guinea 5 5 5 5 NA
Eritrea 5 3 4 4 NA
Ethiopia 42 49 52 51 NA
Gabon 18 18 18 18 NA
Gambia, The 3 3 3 3 NA
Ghana 65 69 78 75 NA
Guinea 9 9 9 9 NA
Guinea-Bissau 3 3 3 3 NA
Kenya 80 87 85 84 NA
Lesotho 4 2 2 2 NA
Liberia 4 4 4 4 NA
Libya 331 182 238 242 NA
Madagascar 12 12 12 12 NA
Malawi 6 6 6 6 NA
Mali 5 5 5 5 NA
Mauritania 13 13 13 13 NA
Mauritius 23 25 25 24 NA
Morocco 268 282 291 293 NA
Mozambique 16 18 18 17 NA
Namibia 21 22 22 22 NA
Niger 5 5 5 5 NA
Nigeria 283 287 279 280 NA
Reunion 21 21 21 20 NA
Rwanda 5 5 5 5 NA
Saint Helena 0 0 0 0 NA
Sao Tome and Principe 1 1 1 1 NA
Senegal 39 39 39 38 NA
Seychelles 7 7 7 7 NA
Sierra Leone 4 4 4 4 NA
Somalia 6 6 6 6 NA
South Africa 584 616 638 612 NA
Sudan and South Sudan 115 111 107 107 NA
Swaziland 5 5 5 5 NA
Tanzania 32 34 35 35 NA
Togo 16 14 13 13 NA
Tunisia 88 82 85 86 NA
Uganda 23 22 22 22 NA
Western Sahara 2 2 2 2 NA
Zambia 13 16 19 18 NA
Zimbabwe 13 14 15 14 NA
Asia & Oceania 27482 28403 29759 30094 NA
Afghanistan 43 43 43 43 NA
American Samoa 4 2 2 2 NA
Australia 1005 1048 1074 1083 1082
Bangladesh 82 104 107 109 NA
Bhutan 2 2 2 2 NA
Brunei 17 18 18 18 NA
Burma (Myanmar) 27 25 25 25 NA
Cambodia 26 29 29 28 NA
China 8938 9504 10175 10480 NA
Cook Islands 0 0 0 1 NA
Fiji 9 9 9 9 NA
French Polynesia 7 7 7 7 NA
Guam 17 15 16 13 13
Hawaiian Trade Zone
Hong Kong 431 384 354 360 NA
India 3305 3461 3618 3660 NA
Indonesia 1487 1575 1698 1718 NA
Japan 4429 4442 4695 4531 4297
Kiribati 0 0 0 0 NA
Korea, North 17 17 17 17 NA
Korea, South 2269 2259 2322 2324 2350
Laos 3 3 3 3 NA
Macau 10 11 11 11 NA
Malaysia 631 675 670 680 NA
Maldives 7 7 7 7 NA
Mongolia 17 22 25 24 NA
Nauru 1 1 1 1 NA
Nepal 22 20 20 20 NA
New Caledonia 15 15 15 15 NA
New Zealand 153 154 151 152 157
Niue 0 0 0 0 NA
Pakistan 416 413 425 434 NA
Papua New Guinea 20 20 20 20 NA
Philippines 309 301 310 314 NA
Samoa 1 1 1 1 NA
Singapore 1149 1216 1224 1240 NA
Solomon Islands 1 1 1 2 NA
Sri Lanka 89 100 108 108 NA
Taiwan 1020 944 935 975 NA
Thailand 1074 1110 1152 1171 NA
Timor-Leste (East Timor) 1 1 1 1 NA
Tonga 1 1 1 1 NA
U.S. Pacific Islands 2 2 2 2 NA
Vanuatu 1 1 1 1 NA
Vietnam 412 428 453 471 NA
Wake Island 9 9 9 9 NA

 

In 2013 wurden weltweit täglich 91.195.000 Barrel Erdöl verbraucht. Die 10 Länder mit dem höchsten Verbrauch sind in der Abbildung 2 dargestellt.

Verbrauch an Erdöl Top 10 Länder

Abb. 2: Rangfolge der Länder mit dem höchsten Erdölverbrauch pro Tag (in 1000 Barrel). Quelle: www.eia.gov

Die Vereinigten Staaten verbrauchen mit 19.035.000 Barrel pro Tag so viel Erdöl wie kein anderes Land. Danach folgt China mit 10.480.000 Barrel. Der Erdölverbrauch der folgenden 8 Länder divergiert weniger stark und liegt zwischen 4531.000 Barrel (Japan an 3. Stelle) und 2324.000 Barrel (Süd-Korea an 10. Stelle).

 

International Energy Agency (IEA) Ölpreis Prognose Report 2016

IEA Medium Term Oil Market Report 2016Die International Energy Agency hat den “The Medium Term Oil Market Report 2016” herausgegeben und sieht langfristig steigende Ölpreise.

Die IEA geht mittelfristig für Jahr 2017 von einer Erholung am Ölmarkt und steigenden Preisen aus. Allerdings sieht die Internationale Energieagentur (IEA) Versorgungsrisiken durch geringe Investitionen in 2016, die sich später negativ bemerkbar machen würden. Der Markt wird mit der Neuausrichtung im Jahr 2017 beginnen – und bis zum Jahr 2021 werden die Vereinigten Staaten und Iran unter den Nicht-OPEC und den OPEC-Ländern zu den dynamischsten Öl-Produktionsländern aufsteigen.

Der Bericht stellt fest, dass die Ölpreise allmählich zulegen sollten, sobald der Markt mit der Neuausrichtung beginnt. Allerdings weist der Bericht auf das Risiko eines Ölpreisanstiegs in dem späteren Teil des Projektionszeitraums hin, der durch unzureichende Investitionen entsteht.

“It is easy for consumers to be lulled into complacency by ample stocks and low prices today, but they should heed the writing on the wall: the historic investment cuts we are seeing raise the odds of unpleasant oil-security surprises in the not-too-distant-future,“ sagte IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol, zur Veröffentlichung des Berichts bei der IHS CERAWeek.

Der Bericht sieht 4,1 Millionen Barrel pro Tag (mb / d), die für die globale Ölversorgung zwischen 2015 und 2021 zur Verfügung stehen werden, deutlich weniger als das Gesamtwachstum von 11 mb / d im Zeitraum 2009 bis 2015. Die globalen Öl-Exploration und Produktion Investitionen (Capex) werden voraussichtlich um 17% im Jahr 2016 fallen, nach einem 24% Schnitt im Jahr 2015 – das erste Mal seit 1986, dass Zukunftsinvestitionen in zwei Jahren in Folge gesunken sind.

Der Bericht sieht die weltweite Ölnachfrage mit einer durchschnittlichen Rate von 1,2 mb / d bis 2021 wachsen, über den symbolischen 100 mb / d Marke gegen Ende des Jahrzehnts vor 101,6 mb / d bis 2021.

 

 


Weiterführende Artikel & Impressionen

US Innenministerium stopp Bohrlizenzen

 

Ähnliche Artikel

Die Staatsfonds bekommen durch den Ölpreisverfall Probleme mit ihren Investments

 

News

16.03.2016: US Innenministerium erteil keine Ölbohrlizenz für Golf von Mexiko. Das US Innenministerium sieht in dem 5 Jahresplan für die Öl- und Gasförderung von 2017 bis 2022 keine zusätzlichen Explorationen vor der Atlantikküste und in Alaska vor. Die geplanten, 10 potenzielle Lizenzen zur Ölbohrung im Golf von Mexiko werden nicht vergeben:

 „After receiving extensive public input and analyzing the best available scientific data, the Proposed Program released today evaluates 13 potential lease sales in six planning areas – 10 potential sales in the Gulf of Mexico and three potential sales off the coast of Alaska. The Proposed Program does not schedule any lease sales in the Mid- and South Atlantic Program Area due to current market dynamics, strong local opposition and conflicts with competing commercial and military ocean uses.“

 

Baker Hughes Ring Count März 2016

In den USA sind am 07.03.2016 nur noch 489 Bohrtürme aktiv.. Quelle: www.bakerhughes.com

07.03.2016: In den USA sind nur noch 489 Bohrtürme aktiv, so wenig wie seit 1999 nicht mehr. Damit hat der Verdrängungswettbewerb von Saudi Arabien Früchte getragen und die Ölproduzenten haben in den USA zunächst einmal kapituliert. Das dürfte aber nicht das Ende beim Kampf um Marktanteile bei der Ölförderung sein:

Nach den letzten zu Verfügung stehenden Informationen, wird sich das Öl-Überangebot, aufgrund der täglichen Ölförderung, in den nächsten zwei Jahren kaum reduzieren. Die Preise dürften daher relativ niedrig bleiben.

 

 

 

 

24.02.2016 Baker Hughes publiziert erneuten Rückgang der Bohraktivitäten. Der Ölbohrkonzern berichtet im Januar 2016 von einem Rückgang der Öl-Bohrlöcher Aktivitäten an 213 Förderstätten im Vergleich zu der Zahl im Januar 2015. Das ist seit 2010 der geringste Stand.

 

10.02.2016 Neue BP Öl-Prognose: Im „Energy Outlook 2035“ geht BP von einem weiterhin geringen Ölpreis in 2016 aus. Das Ölunternehmen rechnet aber langfristig bis 2035 mit steigenden Öl Anteil am Energiemix des Weltverbrauchs von 0,9% jährlich.

02.02.2016 PB mit starkem Gewinnrückgang wegen Ölpreisverfall: Nicht nur die Ölpreise sind in den letzten Monaten gesunken, auch die Gewinne der großen Ölgesellschaften brechen deutlich ein. Wie British Petroleum heute im Geschäftsbericht für 2015 bekannt gab, sank der Ertrag um rund 51% auf 5,4 Mrd. Euro. Das Ölunternehmen hatte schon im Vorfeld Sparmaßnahmen angekündigt. So werden Bohrexplorationen eingestellt und bis 2017 weltweit rund 17.000 Stellen abgebaut.

10.11.2015 Die IAEA warnt in ihrem Jahresbericht vor billigem Öl. Auf dem derzeit niedrigen Ölpreisniveau werden nur geringe Investitionen in die Öl Exploration und Verbesserung der Förderleistungen von den Öl-Multis getätigt. Es gibt darüber hinaus einen Verdrängungswettbewerb (Saudi Arabien gegen die Schieferöl Produzenten in den USA). Die IAEA sieht mit Sorge, dass es durch die verminderten Investitionen in naher Zukunft zu einem deutlichen Anstieg des Ölpreises kommen könnte. Darüber hinaus werden viele Staaten aufgrund des geringen Ölpreises die Energiewende hinauszögern.

10.10.2015 #LiftTheBan on crude oil exports: Das US Repräsentantenhaus hat am 9. Oktober 2015 mit 261 gegen 159 Stimmen parteiübergreifend beschlossen, dass Rohölexporte Verbot aufzuheben (Rep. Joe Barton (R-TX) HR 702). Studien haben gezeigt, dass die Aufhebung des 1973 zur damaligen Ölkrise eingeführten und inzwischen antiquierte Rohölexport die Preise an der Zapfsäulen senken würde, dass das Beschäftigungswachstum unterstützen und Amerikas nationale Sicherheit stärken und geopolitischen Einfluss auf der ganzen Welt verbessern würde.

21.09.2015 Baker Hughes publizierte für die Woche 18. September einen erneuten Rückgang bei den Öl- Bohgerät-Aktivitäten (Rotary Rig Counts), diesmal um 6 auf 842 bezogen auf die Vorwoche. Gegenüber September 2014 waren es 1089 weniger Bohraktivitäten, ein Wert, der das ganze Drama in der Ölindustrie aufzeigt. Der Ölpreis konnte von der eigentlich positiven Nachricht (Abbau des Öl-Überangebotes) trotzdem nicht profitieren.

18.09.2015 Die Entscheidung der amerikanischen Notenbank brachte den Ölpreis nicht ins Plus. Kurzfristig ist mit einem anhaltenden Überangebot zu rechnen, was bestenfalls zu stagnierenden Ölpreisen führen dürfte.

02.08.2015 Extrem volatile Ölkurse lassen Trader verzweifeln: am Montag den 31. August gab für Brent zum Tagesschluss ein Plus von 7%, Intraday betrug die Spannweite der Kurse aber sogar über 9%. Am nächsten Tag gab es das Ganze invers: der Brent Kurs ging um rund 8% nach und fiel mit 48,70 Dollar wieder unter die vielbeachtete 50 Dollar Marke. Die starken Kursbewegungen spiegeln die Nervosität des Marktes.