Ein Konto mit Singapur Dollar eröffnen

Der Singapur Dollar ist die Währung des südostasiatischen Stadtstaates Singapur. Das flächenmäßig kleinste Land der Region ist eines der wohlhabendsten Länder der Welt. Nach ISO 4217 lautet das standardmäßige Währungskürzel für den Singapur-Dollar SGD. Auch Abkürzungen wie S$ sind geläufig. Ein Singapur-Dollar besteht aus 100 Cent. Lediglich das Monetary Authority of Singapore  (MAS), welches die Funktion die Prägungshoheit 2002 vom „Board of Commissioners of Currency, Singapore“ (BCCS) übernommen hat, ist befugt, Banknoten und Münzen in der Landeswährung herauszugeben.

Der SGD wird von der Monetary Authority of Singapore überwacht. Hierfür nutzt die MAS einen Korb mit anderen Währungen, dessen genaue Zusammensetzung jedoch unbekannt ist, um Spekulationen mit dem Singapur Dollar zu verhindern.

Der SGD gilt als frei handelbare Währung, auch wenn die MAS in den letzten Monaten starken Einfluss auf den Währungskurs genommen hat. Der Singapur Dollar ist im Verhältnis 1:1 an den Brunei-Dollar geknüpft. Geldscheine und Münzen beider Währungen gelten auch im anderen Land als gültiges Zahlungsmittel. Die Koppelung der beiden Währungen geht auf eine Währungsunion zwischen Singapur, Malaysia und Brunei zurück, die zwischen 1965 und 1967 Bestand hatte. Differenzen sorgten allerdings für den Bruch der Währungsunion, sodass die drei Länder ihre eigenen nationalen Währungen realisierten. Diese waren jedoch fix auf Grundlage des Currency Interchangability Arrangement gebunden, sodass die drei Währungen auch im jeweils anderen Staat akzeptiert wurden. Als das Bretton-Woods-System abgeschafft wurde, trat Malaysia aus dem CIA aus, sodass heute nur noch zwischen Brunei- und Singapur Dollar Parität herrscht.

 

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Singapurs Wirtschaft

Singapur ist eines der besten Beispiele von den Entwicklungsmöglichkeiten von Schwellenländern. Innerhalb nur weniger Jahrzehnte gelang es dem Tigerstaat, seine Bruttoinlandsprodukt hauptsächlich durch Industrie (26 %) und Dienstleistungen (69 %) zu erwirtschaften. Dass der Südostasiatische Staat dennoch zu einem der wohlhabendsten Ländern der Welt gehört, liegt auch an seiner strategisch günstigen Lage. Auch heute noch ist der Hafen des Stadtstaates einer der größten Umschlagplätze. Ebenfalls hervorragend ausgebaut ist das Banken- und Finanzzentrum des Landes. Zudem ist Singapur das führende Devisenzentrum Asiens. Singapur nimmt somit in der asiatischen Wirtschaft eine bedeutende Rolle ein und kann in seiner Bedeutung für Südostasien kaum überschätzt werden.

Die wichtigsten Wirtschaftsbereiche sind Elektroindustrie, ölverarbeitende Industrie, Schiffsreparatur und Maschinen und Ausrüstungsgegenstände für den Ölbohrbereich. Singapur hat es sich zudem zum Ziel gesetzt, die führende Kraft für Biotechnologie und Pharmazie in Asien zu werden und baut diesen Wirtschafts- und Forschungsbereich stetig weiter aus. Auch Halbleiter- und IT-Technologien zählen zu den Spitzentechnologien, in denen Singapur eine mitbestimmende Rolle einnehmen möchte. Singapur hat außer Granit keinerlei Rohstoffvorkommen. Auch die Landwirtschaft macht nur etwa  1 % des BIP aus.

Der industrielle Bereich teilt sich hauptsächlich zwischen multinationalen Konzernen und einigen einheimischen Unternehmen auf, die in enger Beziehung zu der Regierung stehen und deswegen auch „Government-Linked Companies (GLCs)“ genannt werden. Sie sind vor allem in den Bereichen Energieversorgung, Transport, Telekommunikation und Medien präsent.

Singapur verfügt über eine außergewöhnlich international orientierte und liberale Wirtschaft. Lediglich der Wohnungsmarkt wird von der Regierung stark reglementiert. Das Land engagiert sich in der WTO, ASEAN, APEC, ASEM für eine weitere Liberalisierung und Marktöffnung. Zudem hat es Freihandelsabkommen mit Australien, China, Costa Rica, der EFTA, den Golf-Staaten, Jordanien, Indien, Japan, Neuseeland, Panama, Peru, Südkorea und den USA beschlossen. Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit der EU wurden im Oktober 2014 erfolgreich beendet.

Obwohl Singapur eine der niedrigsten Geburtenraten der Welt hat, ist die Bevölkerung in den letzten 15 Jahren um beinahe 30 Prozent gewachsen. Obwohl der Arbeitsmarkt mit dieser rasanten Entwicklung mithalten konnte, ist der Ausbau der Infrastrukturen noch nicht ausreichend fortgeschritten, um die starke Migration abzufedern. Auch deswegen behandelt Singapur das Thema Migration inzwischen etwas strenger.

 

Import und Export

Mit einer durchschnittlichen Rate von weniger als einem Prozent bietet Singapur außergewöhnlich niedrige Zölle. Ungefähr 96 Prozent aller Importwaren sind zollfrei. Ausnahmen bilden Alkoholika, Tabakwaren und Benzin. Nur sehr wenige Waren erfordern Importlizenzen und das Zollverfahren gilt ohnehin als unkompliziert.

Als problematisch gestaltet sich die Wasserversorgung des Landes. Singapur ist auf Wasserimporte angewiesen, die hauptsächlich von Malaysia geliefert und in Singapur aufbereitet werden. Die Wasserversorgung wurde von Malaysia bis 2016 vertraglich garantiert.

Singapurs Wirtschaft ist stark exportlastig. Das Gesamt-Außenhandelsvolumen betrug im Jahr 2013 rund 594 Mrd. Euro. Die Devisenreserven beliefen sich im gleichen Jahr auf rund 210 Mrd. Euro. Wichtigste Handelspartner sind China, Malaysia, EU, USA, Indonesien, Hongkong, Taiwan und Südkorea.

2013 betrug der Import 282,9 Mrd., während der Export mit 311,1 Mrd. eine Leistungsbilanz von 28,2 Mrd. Euro ermöglicht.

 

Welche Faktoren beeinflussen den Kurs des Singapur Dollars?

Singapurs Wirtschaft ist aufgrund der großen Abhängigkeit von Exporten stark von der Entwicklung der Weltkonjunktur abhängig. Vor allem die US-amerikanische, europäische und chinesische Konjunktur hat erheblichen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum des Tigerstaates. Aufgrund des hohen Anteils an ölverarbeitender Industrie hat der Ölpreis ebenfalls große Auswirkungen auf den Kurs des Singapur Dollars.

Eine besondere Herausforderung für Singapur stellt zudem der wirtschaftliche Aufschwung Chinas dar. Zusätzlich werden die anderen ASEAN-Länder zunehmend wettbewerbsfähig, sodass Singapur seine Wirtschaft strukturell anpassen muss. Die Politik Singapurs reagierte darauf mit der Neuausrichtung auf Spitzentechnologien und plant, die Produktivität weiter zu erhöhen.

Das Wirtschaftswachstum betrug im Jahr 2014 geschätzte 3,63 Prozent. Vor allem der Privatkonsum ging deutlich zurück, sodass die MAS eine Deflation für möglich hält. 2015 geht die Regierung Singapurs erneut von einem moderaten Wachstum zwischen zwei und vier Prozent aus. Sie prognostiziert zudem eine Dämpfung bei arbeitsintensiven Branchen wie Gastronomie, Bauwirtschaft und Handel, die durch den engen Arbeitsmarkt gedämpft werden könnten. Ziel der Regierung ist es, die Arbeitsproduktivität jährlich zwischen zwei und drei Prozent zu steigern.

Die Zentralbank von Singapur (MAS) hat Ende Januar 2015 ihre Geldpolitik überraschend gelockert, um die niedrige Inflation zu stärken. Der Kursanstieg des Singapur-Dollars gegenüber ausländische Devisen soll gebremst werden. Dafür nutzt die MAS keine Senkung des Leitzins, sondern will die Wechselkurse beeinflussen. Grund für diesen Schritt waren die fallenden Verbraucherpreise in den vorangegangenen Quartalen. Gegenüber dem US Dollar besteht für den SGD Dollar kein Aufwertungspotential. Der US Dollar

Bereits im November 2014 hatten Singapur und China sich darauf geeignet, den direkten Devisentausch zwischen dem chinesischen Yuan und dem Singapur-Dollar zuzulassen. Davor musste der Währungstausch über einen Zwischenschritt über den US-Dollar vorgenommen werden.  Nun entfallen bis zu fünf Prozent der Transaktionskosten pro Währungstausch. Bereits zuvor galt Singapur als eine der ersten Offshore-Drehscheiben für den Handel des chinesischen Yuan.