Besteuerung von Dollar Währungsgewinnen

Nach Ablauf der Spekulationsfrist von einem Jahr sind erzielte und realisierte Kursgewinne aus Dollarkonten steuerfrei, wenn zwischenzeitlich keine Zinsenzahlung erfolgte. Damit gehören Dollaranlagen auf Fremdwährungskonten zu den ganz wenigen verbleibenden Kapitalanlagen, bei denen die Möglichkeit auf steuerfreie Vereinnahmung von Kursgewinnen besteht.

Besteuerung von Zinsen und Kursgewinnen aus Dollar Devisen Anlagen

Anleger können mit einem Dollar Fremdwährungskonto sowohl Zinserträge als auch Gewinne durch Kursschwankungen erzielen. Allerdings sind durch eine Geldanlage auf einem Dollar Konto auch Verluste möglich, sobald sich die Devisenkurse ungünstig für die Anleger entwickeln. Die Kontoinhaber müssen außerdem beachten, dass sich auch der deutsche Fiskus für die verschiedenen Erträge interessiert und die Erlöse aus einem Dollar Konto gegebenenfalls versteuert werden müssen. Ein Dollar Konto kann sowohl in US-Dollar geführt werden als auch in kanadischen Dollar, neuseeländischen Dollar, australischen Dollar, Singapur Dollar oder Hongkong Dollar. Dabei kann es sich sowohl um ein Dollar Devisenkonto eines privaten Anlegers als auch um ein Geschäftskonto in Fremdwährung handeln.

 

Dollarkonto  USD Konto Vergleich der Anbieterbanken

 

So müssen Privatanleger Zinserträge auf Dollar Konten versteuern: Abgeltungssteuer

Private Anleger führen ein Dollar Devisenkonto in der Regel entweder als Tagesgeldkonto oder als Festgeldkonto. Bei einigen Anbietern werden die Guthaben auf dem Tagesgeldkonto verzinst, während es auch Angebote ohne Verzinsung gibt. Geldanlagen auf einem Dollar Währungskonto als Festgeld erzielen immer einen Zinsertrag. Der Zinssatz wird zu Beginn der Geldanlage festgelegt und ändert sich während der Laufzeit des Festgeldes nicht.

Gemäß einem Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) vom 02.05.2000 (IX R 73/98, BStBl. 2000 II S. 164) handelt es sich bei den Zinsen, die durch eine Geldanlage auf einem Dollar Festgeldkonto erzielt werden, nicht um ein Valuta-Spekulationsgeschäft. Darum muss der Sparer diese Zinserträge mit der seit dem 01.01.2009 gültigen sogenannten Abgeltungssteuer versteuern. Es handelt sich um eine Quellensteuer, die von den Banken direkt an das Finanzamt abgeführt wird. Die Steuer wird als Kapitalertragssteuer (KESt) als eine Form der Einkommensteuer auf Erträge aus Kapitalvermögen berechnet, wozu auch die Zinszahlungen auf einem Dollar Fremdwährungskonto zählen. Die Höhe der Abgeltungssteuer beträgt 25 % der Zinserträge zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag. Für Mitglieder anerkannter Religionsgemeinschaften wird die auf die Zinserträge zu entrichtende Kirchensteuer ebenfalls automatisch durch das Kreditinstitut eingezogen und abgeführt. Die Kirchensteuer beträgt in den deutschen Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern jeweils 8 % der Kapitalertragsteuer, während alle anderen Bundesländer Deutschlands 9 % verlangen. Zur Berechnung der Abgeltungssteuer werden die Zinserträge auf dem Dollar Konto in Euro umgerechnet. Als Nachweis über die gezahlten Steuern stellen die Kreditinstitute den Anlegern eine Steuerbescheinigung, auch Jahressteuerbescheinigung (JStB) genannt, nach Paragraf 45a Absatz 2-4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) aus.

Unter bestimmten Voraussetzungen können sich die Sparer von der Zinszahlung auf ihrem Dollar Devisenkonto befreien lassen. Dazu muss der Kontoinhaber bei seiner Bank eines der folgenden Dokumente vorlegen:

  1. Freistellungsauftrag
  2. Nichtveranlagebescheinigung

 

Bei Vorlage eines Freistellungsauftrags zahlt die kontoführende Bank die Zinsen auf einem Dollar Konto bis zu einem Betrag von 801 Euro für Alleinstehende beziehungsweise 1.602 Euro für Ehepaare und nicht dauerhaft getrennt lebende Lebenspartner ohne Abzug von Steuern aus. Dabei muss der Kontoinhaber eines Dollar Fremdwährungskontos jedoch beachten, dass sich der freigestellte Betrag auf sämtliche Kapitalanlagen des Anlegers bezieht und nicht nur auf das Dollar Konto.

Eine Nichtveranlagebescheinigung führt ebenfalls dazu, dass der Anleger für die Zinseinnahmen aus einem Dollar Währungskonto keine Abgeltungssteuer zahlen muss. Diese Bescheinigung erhalten die Sparer, deren zukünftiges Einkommen so niedrig ist, dass voraussichtlich keine Einkommensteuer gezahlt werden muss. Die Nichtveranlagebescheinigung wird von dem Finanzamt am Wohnsitz des Steuerpflichtigen ausgestellt und ist maximal drei Jahre lang gültig. Der Anleger muss dem Finanzamt jedoch nachweisen, welche Zinserträge von der Besteuerung freigestellt wurden. Es findet eine Prüfung statt, ob gegebenenfalls doch eine Steuerpflicht besteht, sodass es nachträglich noch zu einer Versteuerung der Zinseinnahmen aus dem Dollar Konto kommen kann. Wie der Freistellungsauftrag gilt auch die Nichtveranlagebescheinigung für sämtliche Einkünfte des Steuerpflichtigen aus Kapitalanlagen.

Besteuerung von Zinsen innerhalb der EU grenzüberschreitende Vereinnahmung

Innerhalb der Europäischen Union (EU) müssen die Zinserträge von natürlichen Personen auch dann versteuert werden, wenn die Zinsen grenzüberschreitend gezahlt werden. Das bedeutet für deutsche Anleger, dass sie auch die Zinsen auf einem Dollar Konto versteuern müssen, das sie bei einem Kreditinstitut im europäischen Ausland unterhalten.

Besteuerung von Kursgewinnen: steuerfrei außerhalb der Spekulationsfrist

Es finden sich auch Angebote am Markt, bei denen der Sparer keine Zinsen für seine Geldanlage auf dem Dollar Devisenkonto erhält. Stattdessen erzielt der Anleger einen Ertrag mit der Geldanlage in Dollar, indem er von den Schwankungen der Währungskurse profitiert. So kauft der Anleger zum Beispiel US-Dollar im Gegenwert von 10.000 Euro, um den Betrag auf seinem Dollar Tagesgeldkonto anzulegen. Falls sich der Dollarkurs zu seinen Gunsten entwickelt hat, kann der Kontoinhaber die Dollar wieder verkaufen und mehr als 10.000 Euro zurückerhalten. Ob für den Kursgewinn Abgeltungssteuer gezahlt werden muss, ist von zwei Faktoren abhängig:

  • Zahlt die kontoführende Bank oder Sparkasse Zinsen für das Dollar Devisenkonto?
  • Innerhalb welcher Frist sind die Kursgewinne angefallen?

 

 Kursgewinne mit Zinsen

Wenn die Geldanlage auf dem Dollar Fremdwährungskonto verzinst wird, muss der Anleger für die Kursgewinne aus dem Kauf und dem Verkauf der Devisen Steuern zahlen, wenn der Gewinn innerhalb von zehn Jahren erzielt wird. Erst nach Ablauf einer Frist von 10 Jahren werden die Kursgewinne steuerfrei ausgezahlt.

 Kursgewinne ohne Zinszahlung

Erhält der Sparer hingegen keine Zinsen für das Guthaben auf dem Dollar Konto, kommt es darauf an, ob die Kursgewinne innerhalb der Spekulationsfrist, die ein Jahr beträgt, erzielt wurden. Finden Kauf und Verkauf der Devisen innerhalb eines Jahres statt, muss der Spekulationsgewinn aus dem Devisenhandel versteuert werden. Dabei berücksichtigt das Finanzamt die zum Zeitpunkt der Steuerberechnung gültige steuerliche Freigrenze. Kauft der Anleger hingegen Dollar, um sie erst nach länger als einem Jahr mit Gewinn zu verkaufen, muss er nicht mit einem Abzug von Steuern rechnen, sofern keine zwischenzeitliche Zinszahlung auf dem Dollar Konto stattfand. Stattdessen stellt der Devisenhandel ein Veräußerungsgeschäft eines privaten Anlegers dar, wie das Bundesministerium der Finanzen (BMF) in seinem Schreiben vom 25. Oktober 2004 (IV C 3 – S 2256 – 238/04, BStBl I, S.1034) festgestellt hat. Der Spekulant ist verpflichtet, sowohl die Kursgewinne als auch die Kursverluste in seiner Einkommensteuererklärung anzugeben. Dabei dürfen die Verluste aus dem Währungsgeschäft nicht mit Gewinnen aus anderen Einkunftsarten verrechnet werden, eine Aufrechnung gegeneinander ist jedoch erlaubt. Spekulationsgewinne aus Devisengeschäften werden nicht mit der 25-prozentigen Abgeltungssteuer besteuert, sondern mit dem persönlichen Steuersatz des Steuerpflichtigen, der bis zu 45 % betragen kann. Anders als bei den Zinsen aus Geldanlagen auf einem Dollar Währungskonto werden die Gewinne und Verluste nicht in der Jahressteuerbescheinigung aufgeführt. Einige Kreditinstitute erfassen die Angaben jedoch in der Erträgnisaufstellung, die sie ihren Kunden gegebenenfalls zur Verfügung stellen.

 

Abgeltungssteuer für Erträge von Dollar Geschäftskonten

Bei einem Dollar Fremdwährungskonto, das als Geschäftskonto geführt wird, kann der Kontoinhaber keinen Freistellungsauftrag geltend machen. Diese Möglichkeit räumt der Gesetzgeber lediglich Privatpersonen ein. Daher behält die kontoführende Bank bei der Auszahlung von Erträgen aus Dollaranlagen auf einem Firmenkonto die entsprechende Kapitalertragssteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag ein. Im Gegensatz zu Privatanlegern handelt es sich bei der Steuerzahlung der Unternehmen nicht um eine Steuer mit abgeltender Wirkung, sondern um eine Vorauszahlung auf die Körperschaftssteuer, die die Einkommensteuer von juristischen Personen darstellt. Aus diesem Grund darf die gezahlte Steuer nicht als Betriebsausgabe verbucht werden.

Die Kapitalerträge, die ein Geschäftskunde mit einer Geldanlage auf einem Dollar Konto erzielt, erhöhen die Einnahmen des Unternehmens. Darum werden die erzielten Kursgewinne und Zinsen bei der Ermittlung der Gewerbesteuer ebenfalls berücksichtigt, wodurch der Betrieb eine höhere Steuerlast zu tragen hat. Falls es sich bei dem Unternehmen um eine Personengesellschaft handelt, müssen die Kapitalerträge auch bei der Berechnung des Beitrages der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) berücksichtigt werden.

Artikel Tipp:

Hier ist die Entwicklung des Euro zum Dollar dargestellt.

Für eine aktuelle Währungsumrechnungen gibt es den aktuellen Dollar Euro Währungsrechner.